07.11.2011
Fibu, Rewe und Controlling
Von: Anne-Katrin Steinke

Commerzbank und Capco entwickeln Modell

Berechnung von Komplexität bei IT-Anwendungen

Gerade im Bankenbereich bestehen seit Jahrzehnten gewachsene, weit verzweigte IT-Strukturen, die meist in Eigenregie entwickelt wurden. Diese Strukturen sind extrem komplex und kostenintensiv bei der Wartung. Zudem leiden Qualität und Flexibilität bei zu großer Komplexität.


Die Commerzbank hat über einen Zeitraum von drei Jahren Daten gesammelt und eine Korrelation festgestellt zwischen der wachsenden Komplexität von IT-Architektur und steigenden (Wartungs-)Kosten. Daraufhin hat das Finanzinstitut gemeinsam mit der Unternehmensberatung Capco eine Methodik entwickelt, mit der Komplexität von IT-Prozessen/Systemen in der Finanzbranche gemessen und berechnet werden kann.

Steht eine Entscheidung über die Implemetierung einer neuen Anwendung oder die Veränderung von Prozessen an, kann der CIO damit im Vorfeld die Auswirkungen auf die gesamte IT-Architektur berechnen (lassen), für die noch keine Erfahrungswerte existieren. So kann beispielsweise gemessen werden, ob ein neues System effizienter arbeiten würde als ein bestehendes. Dies verbessert die Verhandlungsposition des CIO gegenüber der Geschäftsleitung, denn er muss sich nun nicht mehr auf Erfahrungswerte berufen, sondern hat verlässliche Daten zur Hand, mit denen er seine Vorschläge für Neu-Investitionen rechtfertigen kann.

Das Modell von Capco und der Commerzbank bezieht sich zunächst auf die Anwendungslandschaft: Einzelanwendungen, Anwendungs-Cluster, Anwendungs-Domains, etc. Es enthält verschiedene Komplexitätsindikatoren, die die relevanten Dimensionen der Komplexität von Anwendungen abdecken. Dabei wurde eine statistisch signifikante Korrelation zwischen Komplexitätsindikatoren und Kostenindikatoren (z.B. Wartungskosten) sowie Qualitätsindikatoren (z.B. die Anzahl von Vorfällen während einer Produktion) festgestellt.

www.commerzbank.de
www.capco.com

Bildquelle: © Thorben Wengert/pixelio.de


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