Wolfgang Kobek, Qliktech
Business Intelligence wird mobil
Interview mit Wolfgang Kobek, Managing Director und Regional Vice President DACH bei Qliktech, über Mobility und das Konzept der Business Discovery – sprich der anwendergesteuerten Business Intelligence (BI)

Wolfgang Kobek, Managing Director bei Qliktech
IT-DIRECTOR: Herr Kobek, was brennt den Unternehmen im Bereich Business Intelligence derzeit unter den Nägeln?
W. Kobek: BI-Lösungen zur schnellen und fundierten Entscheidungsfindung sind wichtiger denn je, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dementsprechend sind die Erwartungen an Unternehmenssoftware deutlich höher als früher. IT-Abteilungen werden zunehmend dafür verantwortlich gemacht, dass Unternehmensdaten schwer zugänglich sind und es eine ganze Woche dauert, einen Bericht oder einen Infocube zu erstellen. Anwender benötigen Daten für ihre Entscheidungen und sind frustriert, wenn diese nicht zeitnah von der IT-Abteilung zur Verfügung gestellt werden.
Zudem ist es für den Nutzer schwer, mit traditionellen BI-Systemen zu arbeiten, da diese sehr komplex sind. Im Ergebnis landet die Software oftmals ungenutzt in der Schublade. In vielen Unternehmen dienen BI-Lösungen lediglich dazu, die Führungsebene mit einer Auswahl an relevanten Informationen zu versorgen. Mit spezialisierten BI-Systemen wie Qlikview können Entscheidungsträger aller Hierarchieebenen relevante Daten sinnvoll auswerten und die gewonnenen Erkenntnisse zum Vorteil der Firma einsetzen.
IT-DIRECTOR: Wie reagiert der BI-Markt auf diese Anforderungen?
W. Kobek: Neue BI-Konzepte sind nötig, um dem Anwender unkomplizierte und verständliche Analysesysteme zu geben. Wir haben dies erkannt und setzen auf das Konzept der Business Discovery – sprich anwendergesteuerte BI. Dank dieses Paradigmenwechsels gehören statische Reports und vordefinierte Analysepfade der Vergangenheit an. Durch den assoziativen In-Memory-Analyseansatz funktioniert der Suchvorgang bei unserer BI-Lösung ähnlich wie im menschlichen Gehirn. Innerhalb weniger Sekunden stellt die Software Verbindungen zwischen unterschiedlichen Datenquellen her.
Per Mausklick können die Informationen in einer intuitiven Oberfläche flexibel analysiert werden, wobei jeder Wert als Ausgangspunkt für die Analyse dienen kann. Dimensionen oder Maßeinheiten lassen sich in Sekunden ändern, so dass neue Anforderungen schnell und einfach umgesetzt werden können. Mit wenigen Klicks kann sich jeder Mitarbeiter, egal in welcher Abteilung, einen Überblick über die für ihn relevanten Daten verschaffen und mit eigenständigen Datenanalysen seine Fragen beantworten.
IT-DIRECTOR: Diesen Monat bringen Sie Qlikview 11 auf den Markt. Was bringt diese Version Neues für den Anwender?
W. Kobek: Entscheidungen werden in Unternehmen nicht isoliert, sondern gemeinsam getroffen. Der soziale Aspekt, also die Interaktion mit anderen Anwendern, ist hier enorm wichtig. Folglich gehen wir einen Schritt weiter: Aus Business Discovery wird nun Social Business Discovery. Mit der neuen Version ist es möglich, dass Arbeitsgruppen, Organisationen oder Teams gemeinschaftlich Daten analysieren. Die Nutzer können beispielsweise live und direkt in einer Session Fragen stellen. Ein anderer Nutzer kann diese zeitgleich kommentieren – hier entsteht sozusagen ein virtueller Dialog. Dafür reicht es, wenn ein Teilnehmer über eine Qlikview-Lizenz verfügt und andere per E-Mail zu einer Session einlädt. Die Plattform spielt dabei gar keine Rolle. Ob der Nutzer nun vom Desktopcomputer, Laptop oder Tablet-PC aus arbeitet – er kann stets auf die gleichen gemeinsam genutzten Funktionen zugreifen.
IT-DIRECTOR: Der Arbeitsalltag wird verstärkt mobil. Wie flexibel sind Ihre Lösungen bei der Integration mobiler Geräte?
W. Kobek: Smartphones und Tablet-PCs haben sich zu unverzichtbaren Instrumenten entwickelt. Daher ist unsere BI-Lösung inzwischen auf allen mobilen Endgeräten verfügbar – egal ob auf iOS-, Android- oder Blackberry-Geräten. Der Außendienst und diejenigen Mitarbeiter, die häufig unterwegs sind, erhalten damit beispielsweise sowohl mobile als auch Offline-Analysefunktionen. Qlikview on Mobile ist für den Anwender per Touchscreen bedienbar und unterstützt alle herkömmlichen Funktionen. Gleichzeitig behält die IT-Abteilung die Kontrolle über die Nutzung auf allen mobilen Geräten. Dies ist ein Vorteil gegenüber herkömmlichen mobilen BI-Anwendungen, die Bedienungs- und Sicherheitsrisiken bergen, da Anwender die Applikationen selbst downloaden und aktualisieren können.
Die BI-Software kann plattformübergreifend verwendet werden. Ein Anwender kann zum Beispiel am Laptop arbeiten und sich ein Lesezeichen setzen, um wenig später an einem mobilen Gerät genau an dieser Stelle wieder in seine Analysen einzusteigen. Auch die Lizenz kann ohne zusätzliche Kosten lokal, in der Cloud, am Laptop oder auf jedem mobilen Gerät eingesetzt werden.
IT-DIRECTOR: Welchen Nutzen hat der einzelne Uer davon?
W. Kobek: Ob im Lager, beim Kunden oder am Messestand: Dank Smartphones und Tablets sind die Daten an jedem Ort und in Echtzeit verfügbar. Analysen, Visualisierungen und Aktualisierungen der Informationen können direkt durchgeführt werden. Ein typisches Einsatzszenario sieht zum Beispiel so aus: Ein Pharmavertreter kann mit seinem Tablet-PC innerhalb von Sekunden die aktuellen Medikamentenbestände aus dem Konzern sehen und Bestellungen direkt vor der Apotheke abrufen, nachdem seine Position per GPS-Ortung automatisch lokalisiert wurde. Ebenso ist ein Manager eines Bekleidungshauses in der Lage, Adhoc-Abfragen über die Verfügbarkeit bestimmter Kleidungsstücke in anderen Niederlassungen zu starten und entsprechend online zu disponieren. Den Möglichkeiten sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Wer also heute in ein BI-System investiert, sollte dem Faktor Mobilität unbedingt Aufmerksamkeit schenken.
Titelinterview
mit Stefan Maierhofer, Senior Director für Zentral- und Osteuropa bei F5 Networks
Titelthema
IT-Infrastrukturen: Ruckzuck von 0 auf 100
Software
Business Intelligence: Datenberge bezwingen
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