12.10.2011
Business Intelligence
Von: Markus Strehlitz

Jedox-Anwenderkonferenz 2011

Die Trends in Sachen Business Intelligence

Schnelle Analysen für jeden Nutzer und von überall verfügbar – so lautete die Devise auf der Anwenderkonferenz von Jedox, einem Anbieter von Business Intelligence (BI).


Bernd Eisenblätter, Vertriebsvorstand bei ­Jedox: „Der Datenzugriff über mobile End­geräte ist derzeit ein Trend beim Thema Business Intelligence.“

„Das Warten auf Antworten ist häufig der Flaschenhals bei BI-Anwendungen“, sagte Tobias Lauer, Senior Researcher bei Jedox, auf dem Kongress im September im Europapark Rust. Geschwindigkeit sei daher das wichtigste Kriterium für erfolgreiche BI. Mit Hilfe von In-Memory-Technologie versucht Jedox den Flaschenhals zu vergrößern. Wie einige andere Software­anbieter setzt auch der Freiburger Analysespezialist auf dieses Konzept, bei dem die zu verarbeitenden Daten auf dem Arbeitsspeicher gelagert werden und somit schnell verfügbar sind.

Jedox geht aber noch einen Schritt weiter. Der OLAP Accelerator als Teil der BI-Suite Palo nutzt zusätzlich zur CPU des Servers die Prozessoren von Grafikkarten (GPU). Die Daten eines OLAP-Würfels werden speziell komprimiert, im Arbeitsspeicher geladen und mit den Prozessoren der GPU verarbeitet. Moderne GPU besitzen Hunderte von Streaming-Prozessoren, die direkt auf den kompletten Arbeitsspeicher zugreifen können. „In-Memory-Technik auf Basis von GPU ist somit schneller als herkömmliche In-Memory-Konzepte“, erklärt Jedox-CEO Kristian Raue. „Im Schnitt etwa 50 Mal so schnell. Aber das variiert von Anwendung zu Anwendung. Die Geschwindigkeit kann noch deutlich höher sein.“ Je mehr Daten verarbeitet werden, umso größer sei der Unterschied, meint Raue. Daher eignen sich GPU-basierte In-Memory-Verfahren seiner Meinung nach besonders für die Analyse von großen Informationsmengen – sogenannter Big Data.

Auf schnelle Datenanalyse ist z.B. der MSV Duisburg angewiesen, der Palo für das Controlling nutzt. Der Verein muss jährlich das strenge Lizenzierungsverfahren der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) durchlaufen. „Korrekte Ist- und Planungswerte müssen jederzeit verfügbar sein“, erläutert Henrik Wiehl, Leiter Rechnungswesen und Controlling beim MSV Duisburg. „Das ist Voraussetzung für die Existenz eines jeden Profifußballklubs in Deutschland.“

Nur wenige Stunden

Häufig bleiben den Verantwortlichen für wichtige Entscheidungen nur wenige Stunden. „Dafür brauchen wir die Möglichkeit, sehr kurzfristig Simulationen durchzuführen“, so Wiehl. Neben der In-Memory-Technik sind für den MSV Duisburg auch mobile BI-Funktionen interessant. Spielerscouts könnten sich dann über die aktuellen finanziellen Möglichkeiten des Clubs informieren, während sie gerade in einem Stadion potentielle Zugänge beobachten.

Den Datenzugriff über mobile Endgeräte sieht Bernd Eisenblätter, Vertriebs- und Marketing-Vorstand bei Jedox, derzeit als einen Trend beim Thema Business Intelligence. „Anwender nutzen die Funktionen auf ihrem Smartphone oder ihrem Tablet-Rechner dann z.B. für Adhoc-Analysen“, erklärt Eisenblätter. In einigen Branchen gebe es bereits konkrete Anwendungen. Jedox-Chef Raue verkündete auf der ­Konferenz die Verfügbarkeit von Palo-Apps für Android sowie das Apple-Betriebssystem iOS.

Das Beispiel MSV Duisburg verdeutlicht noch einen weiteren BI-Trend. Funktionen für die Auswertung von Daten werden verstärkt von Fachmitarbeitern und nicht mehr nur von BI-Spezialisten verwendet. Die Anbieter entwickeln daher zunehmend möglichst einfache Nutzeroberflächen, welche für die neuen Anwendergruppen geeignet sind. Raue sieht sein Unternehmen auch in diesem Punkt gut aufgestellt. Durch enge Integration mit Microsoft Excel oder den Tabellenwerkzeugen anderer Büroprogramme könnten auch Fachanwender leicht mit Palo arbeiten.

Wer Palo als BI-Instrument nutzen möchte, kann zwischen einer Open-Source- und einer Premiumversion wählen, wobei die quelloffene Lösung kostenlos ist. Die Anwender müssen dann allerdings auf einige Funktionen verzichten, wie etwa den OLAP Accelerator, die Integration mit SAP sowie das Reportmanagement. Vielen Unternehmen scheinen die Möglichkeiten der Open-Source-Version allerdings zu reichen. Raue schätzt, dass etwa 80 bis 85 Prozent der Palo-Anwender mit jener Variante arbeiten. Laut Eisenblätter wechseln etwa 13 bis 15 Prozent dieser Nutzer später auf die Premium­lösung.

Unterdessen hat Jedox einen Ausblick auf Version 3.3 der Palo-Suite gegeben. Die Lösung soll insgesamt 255 neue Funktionen und Einstellungen bieten. Der Speicherverbrauch wurde laut Anbieter um 20 Prozent reduziert und der Zugriff auf die CPU um 60 Prozent beschleunigt.


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