09.02.2012
Business Intelligence, Branche
Von: Alexander Nevinny-Stickel

Interview mit Bruno Saint-Cast von Tableau

Firmen gehen mit Daten sozialer um

Interview mit Bruno Saint-Cast, Vice President bei Tableau Software Europa, über das neue Release Tableau 7.0 und den Nutzen von mobilen Business-Intelligence-Lösungen


Bruno Saint-Cast, Vice President bei Tableau Software Europa

IT-DIRECTOR: Herr Saint-Cast, ihre neue Business-Intelligence-Lösung (BI), Tableau 7.0, soll Vorteile in Sachen Datenanalyse und Skalierbarkeit bieten. Welchem Trend sind Sie mit diesem Produkt gefolgt?
B. Saint-Cast: Generell geht der Trend hin zu einfachen, schnelleren, sicheren und flexibleren BI-Lösungen. Die Kunden wünschen sich Lösungen, die für jeden Mitarbeiter einfach zu bedienen sind, vom Analysten über den IT-Profi bis hin zum Laien. Außerdem sollen BI-Lösungen zu einer schnelleren Bereitstellung und Analyse sowie einer beschleunigten Zusammenarbeit führen.

Ebenso wünschen sich Kunden Software, mit der der Datenaustausch sicher und flexibel gestaltet werden kann, ganz egal, ob die Daten direkt aus vorhandenen Datenbanken abgerufen werden sollen oder in unsere In-Memory-Daten-Engines extrahiert werden. Dies alles spiegelt einen übergreifenden Trend im IT-Bereich wieder, nämlich Analysemöglichkeiten zur Selbstbedienung bereitzustellen, die IT-Abteilungen zu entlasten und den Entscheidungsträgern in Unternehmen benutzerfreundliche Software an die Hand zu geben.

IT-DIRECTOR: Mitarbeiter werden immer flexibler in Bezug auf den Arbeitsplatz und die Arbeitsmittel, z.B. mit eigenen Endgeräten. Wie berücksichtigen Sie diese Entwicklung?
B. Saint-Cast: Da bei uns der Nutzer im Mittelpunkt der Überlegungen steht, haben wir diesen Trend bereits aufkommen sehen. Von daher ist er in unsere Produktentwicklung eingeflossen. Wir glauben, dass Nutzer, unabhängig von ihren Plattformen, Geräten, Browsereinstellungen oder Datenumgebungen, über Möglichkeiten verfügen sollten, Daten einfach und schnell zu analysieren, gemeinsam anzuwenden sowie gemeinsam zu bearbeiten. Um einen einfachen, webbasierten Zugriff zu ermöglichen, unterstützen wir praktisch jeden Browser, ohne dass irgendwelche Downloads erforderlich wären. Die Benutzer sollten nicht erst Plugins installieren müssen, um ihre Daten zu nutzen.

IT-DIRECTOR: Welche Herausforderungen sehen Sie im Bereich Mobile Business?

B. Saint-Cast: Von einem Tablet aus interagiert man ganz anders mit Daten als vom Desktop-PC aus. Mobile BI-Lösungen sollten dies automatisch berücksichtigen, ohne dass Benutzer spezielle Berichte erstellen oder benutzerdefinierte Systeme unterstützen müssen, um mobile Funktionen zugreifen zu können.

Wir haben unsere Standardprodukte so entwickelt, dass sie iPads und Geräte mit einer Mobilversion von Safari für den Touchbetrieb und Gesten automatisch unterstützen. Dazu gehören für den Touch-Betrieb optimierte Ansichten, Filter, Parameter und Regler sowie verbessertes Blättern, Zoomen und Schwenken – alles speziell für die Verwendung auf mobilen Geräten entwickelt. Dank unserer iPad-App können Nutzer auch unterwegs Inhalte und sich in den Daten abzeichnende Trends schnell ermitteln. Wir gehen von einer wachsenden Akzeptanz bei mobilen Anwendungen aus, weshalb hier auch in Zukunft ein Schwerpunkt unserer Überlegungen liegt.

IT-DIRECTOR: Durch den Zugriff auf den neuen Datenserver, indem über neue Kanäle oder von verschiedenen Standorten aus gearbeitet wird, wird eine hohe Flexibilität gewährleistet. Wie steht es aber mit Sicherheitsaspekten und dem Schutz von Daten?
B. Saint-Cast: Sicherheit steht an erster Stelle, und wir behalten die Sicherheitsparameter der Daten bei. Was bringen aufwendige Analysen, wenn Unternehmen ihre Daten und Analysen nicht vor Missbrauch schützen können? Verbindungen über den neuen Datenserver sind stets durch ihre Sicherheitseinstellungen geschützt, ob über Tableau oder auf Datenbankebene. Veröffentlichte Datenquellen können geschützt werden, damit man die Kontrolle darüber behält, wer in welchem Ausmaß Zugriff auf diese Datenquelle hat.

Darüber hinaus entscheiden sich manche Unternehmen dafür, unsere Software als Multi-Tenancy-Installation zu betreiben. Dadurch können Unternehmen Daten für mehrere Unternehmen oder Gruppen auf einem einzigen Tableau Server hosten und gleichzeitig Datensegmente und Nutzerlisten getrennt von anderen Mandanten aufbewahren. Dies spielt eine wichtige Rolle, wenn man separate Sites für jede Gruppe erstellen möchten, beispielsweise für Finanzen und Personalwesen. IT-Unternehmen, die zentrale Serversysteme für mehrere Gruppen oder Kunden anbieten, können jetzt Nutzergruppen als Site voneinander trennen, um die Sicherheit für alle Kunden zu gewährleisten.

IT-DIRECTOR: Ein Blick nach vorne: Welche Herausforderungen, müssen Sie demnächst meistern?
B. Saint-Cast: Für den Markt sehen wir große Herausforderungen aber auch große Chancen. Erfreulich ist, dass Unternehmen inzwischen erkennen, dass alle ihre Mitarbeiter Daten analysieren und gemeinsam nutzen müssen. Es wird nicht mehr hingenommen, dass Geschäftsleute auf qualifiziertes Fachpersonal warten müssen, um Daten abzurufen und zu analysieren. Heutzutage wünschen sich die Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter einfach und schnell auf die benötigten Daten zugreifen können. Die Unternehmen gehen mit ihren Daten sozialer um.

Dennoch gibt es noch Herausforderungen. Zum einen gibt es genügend Unternehmen, bei denen die Mitarbeiter nicht einfach auf Daten zugreifen und diese analysieren können. Zum anderen wächst aber auch die Leistungsanforderung an den einzelnen Mitarbeiter und somit die Datennutzung und der Umfang. Leider lassen sich große Datenmengen häufig nur durch komplexe Tools begrenzt nutzen oder sind durch konventionelle In-Memory-Datenmodelle nur beschränkt einsetzbar. Ein weiterer Aspekt besteht in dem wachsenden Interesse an mehr mobilen Funktionen, damit Mitarbeiter auch von unterwegs sicher auf Daten zugreifen können.


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