Drei Fragen an Bob Scott, Capgemini
Gute Workflows brauchen vor allem Standardisierung
Kurzinterview mit Bob Scott, Leiter Business Prozess Management (BPM) weltweit bei Capgemini

Bob Scott, Leiter BPM bei Capgemini
IT-DIRECTOR: Welche Trends sehen Sie 2012 im Bereich Business Process Management (BPM)?
B. Scott: Unsere Kunden setzen BPM vorrangig ein, um die Effizienz zu steigern und Kosten zu sparen – ein wichtiger Aspekt, gerade im Hinblick auf das Überleben in einem zunehmend rauen Wirtschaftsklima. Die Herausforderung besteht im Moment darin, mit dem Markt mitzuhalten – nicht bei zentralen Geschäftsprozessen, sondern bei den Schnittstellen zu Kunden, Lieferanten, Großhändlern etc. Und der Wettbewerb wächst. Das heißt, der Druck sich anzupassen nimmt eher zu als ab.
Unternehmen müssen nicht nur Schritt halten, sondern sich auch vom Wettbewerb abheben, sei es mit der Antwort auf ein neues Kaufverhalten, veränderte Kundenerwartungen, Absatzkanäle, neue gesetzliche Vorgaben oder sogar mit einem Geschäftsmodell. Was Unternehmen meiner Erfahrung nach brauchen, ist daher die Flexibilität, Prozesse wenn nötig ‚nebenbei‘ zu ändern.
IT-DIRECTOR: Wie entwickelt sich derzeit der deutsche BPM-Markt?
B. Scott: Deutschland nimmt den BPM-Trend sehr schnell auf und wir beobachten, dass eine wachsende Zahl von Unternehmen Vorsprung vor der Konkurrenz gewinnen will indem sie wendiger und flinker reagiert. Die Finanzbranche, sowie Telco, Handel, der öffentliche Sektor und teilweise die produzierende Industrie sind hier Vorreiter. Ganz typisch: Internationale Unternehmen spüren zuerst den Druck, neue Funktionalitäten oder Kanäle schnell zu integrieren und tragen ihn zuerst in den deutschen Markt.
IT-DIRECTOR: Welchen Bedarf haben speziell deutsche Kunden im Bereich BPM?
B. Scott: Deutsche Unternehmen sind vor allem daran interessiert, schnell von ihren Investitionen in die IT zu profitieren. Im internationalen Vergleich gibt es jedoch noch Potential bei der Organisationsreife: Gute Workflows brauchen vor allem Standardisierung. Und wo indische Unternehmen beispielsweise stark auf Zertifikate setzen, sind Unternehmen in Deutschland historisch gewachsen – und die Prozesse ebenso. Dies bedeutet, selbst wenn es einen Referenzprozess gibt, existieren parallel meist zahlreiche Ausnahmen, die ebenfalls von der IT berücksichtigt werden müssen. Eines jedoch ist in Deutschland genauso wie überall: Die Prozesse müssen um den Menschen gestaltet sein. Wenn sie nicht gelebt werden, nutzt auch der ausgeklügelste Prozess nichts.
Titelinterview
mit Stefan Maierhofer, Senior Director für Zentral- und Osteuropa bei F5 Networks
Titelthema
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Software
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