12.12.2011
Enterprise Resource Planning
Von: Barbara Scholvin

Studie „PLM-Markt 2012“

Integrierte Lösungen versus offene Systeme

Die erfolgreiche Umsetzung einer Strategie für das Product Lifecycle Management (PLM) hängt von vielen Faktoren ab. Dies zeigt die Studie "PLM-Markt 2012" von Rad Research, die in Zusammenarbeit mit Contact Software und weiteren Partnern entstanden ist.


Von Juli bis September wurden dafür Interviews mit rund 250 Führungskräften aus der IT, Entwicklung und Produktion von Unternehmen der Fertigungsindustrie geführt. Die Umsetzung durchgängiger PLM-Landschaften, so die zentralen Ergebnisse der Studie, wird vor allem durch fehlende Systemoffenheit und hohe Integrationsaufwände erschwert – aber auch durch die noch mangelnde Einbettung in die Unternehmensstrategie.

Der Schwerpunkt der Markterhebung lag auf dem Thema „Integrierte Lösungen versus offene Systeme“, als Zielgruppe wurden große Mittelständler und Konzerntöchter mit mehr als 500 Mitarbeitern und komplexen Anforderungen an ihre IT-Landschaft ausgewählt. 62 Prozent der Interviewpartner gaben an, eine Standardsoftware für das unternehmensweite Produktdatenmanagement (PDM) einzusetzen, die CAx- und ERP-Welt miteinander synchronisiert. Dennoch bleibt die reibungslose Kommunikation der verschiedenen IT-Lösungen eine der größten Hürden im PLM-Umfeld.

59 Prozent der Unternehmen sehen sich besonders im CAD-Datenaustausch mit Kunden und Partnern vor erhebliche Herausforderungen gestellt: auch bedingt durch vorgegebene Datenformate seitens der Auftraggeber und den Fakt, dass jedes zweite Unternehmen mehr als ein Autorensystem handhaben muss. Eine noch höhere Bedeutung wird dem Aspekt der Integration der verschiedenen IT-Systeme zugemessen. 68 Prozent der Abteilungsverantwortlichen bezeichnen diese Aufgabe als aufwändig bis sehr aufwändig.

Deshalb bevorzugen 59 Prozent der Befragten Lösungen „aus einer Hand“. Gleichzeitig zeigen die Antworten, dass viele Unternehmen die Einschränkung in der Wahl ihrer PLM-Komponenten als kontraproduktiv wahrnehmen. 70 Prozent der Befragten bewerten eine flexibel zu gestaltende PLM-Landschaft auf Basis offengelegter Schnittstellen als das Modell, das den Produktentstehungsprozess am besten unterstützen kann. Dies wird auch die Aussage unterstrichen, dass die Mehrzahl der Unternehmen die Offenheit von Entwicklungswerkzeugen und Schnittstellen als wesentlich für die Verkürzung der Time-to-Market Zyklen erachtet. Unter dem Strich bedeutet das: Offene Systeme werden klar bevorzugt, wenn sie sich einfach genug verbinden lassen.

Die Studienergebnisse bestätigen damit einen Trend, der sich seit längerem im PLM-Markt abzeichnet: Aus Sicht der Anwenderunternehmen werden offene Systeme, Schnittstellen und Datenformate für eine durchgängige Datennutzung entlang der PLM-Prozesse immer wichtiger. Dies zeigen auch Initiativen wie beispielsweise der „Codex of PLM Openness“ vom Prostep iViP Verein. Angestrebt wird hier eine Selbstverpflichtung der Hersteller von Standardsoftware auf einen Kodex, der einer echten Offenheit, Integrationsfähigkeit und Flexibilität bei der Systemauswahl hohe Priorität einräumt.

Auch wenn sich die Idee des PLM mittlerweile klar in den Unternehmen etabliert hat, fehlt in den Chefetagen vielerorts noch die notwendige Aufmerksamkeit für das Thema. Insgesamt gaben zwei Drittel der Befragten an, über keine mit dem Management abgestimmte PLM-Strategie zu verfügen. „Dass das Thema PLM auch Chefsache sein muss, steht mittlerweile zu Recht in jedem Lehrbuch“, erklärt Dr. Roland Drewinski von Contact Software. „Die Studie unterstreicht, dass in der Praxis noch viel Potenzial brach liegt, um die Wettbewerbsfähigkeit rund um die kreativen Prozesse in den Unternehmen zu verbessern.“

www.contact.de

www.raad.de/

Bildquelle: © Gerd Altmann/AllSilhouettes.com/Pixelio.de


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