Inga Rottländer, StepStone
Keinen Imageverlust riskieren
Kurzinterview mit Inga Rottländer, PR-Managerin der StepStone Deutschland GmbH, über Personalrekrutierung in Zeiten des Web 2.0.

Inga Rottländer, PR-Managerin der StepStone Deutschland GmbH
IT-DIRECTOR: Auf welchem Wege rekrutieren Großunternehmen heute ihr Personal?
I. Rottländer: Die jüngste Bitkom-Studie zeigt: Online-Jobbörsen sind mit Abstand das wichtigste Medium für die Personalrekrutierung – 71 Prozent der deutschen Unternehmen schalten hier ihre Stellenanzeigen. Damit liegen Online-Jobbörsen noch vor der eigenen Unternehmenswebsite. Die Ergebnisse einer aktuellen Stepstone-Studie zum Thema Employer Branding bestätigen dies: Mit 91 Prozent der befragten Unternehmen nutzen die meisten Arbeitgeber Online-Jobbörsen, wenn es um die Kommunikation der eigenen Arbeitgebermarke geht, dicht gefolgt von der eigenen Website mit knapp 90 Prozent.
IT-DIRECTOR: Was halten Sie davon, Personal über soziale Netzwerke zu rekrutieren?
I. Rottländer: Für Personalberatungen und Headhunter sind Businessnetzwerke wie Xing eine zusätzliche Möglichkeit, Kandidaten für spezielle Positionen zu suchen. Auf Unternehmensseite sieht das anders aus: Personalabteilungen von Konzernen haben schlicht keine Zeit, Bewerberprofile in Netzwerken auf ihre Eignung zu checken und dabei noch nicht einmal zu wissen, ob diese überhaupt an einem neuen Job interessiert sind. Denn: Facebook und viele andere soziale Netzwerke werden hauptsächlich privat genutzt, es entstehen also große Streuverluste. Eine aktuelle Studie des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) zum „Erfolgspotential von E-Recruiting-Maßnahmen“ hat ergeben, dass Unternehmen von einer Nutzungsabnahme für Businessnetzwerke ausgehen. Die Befragten schreiben Online-Jobbörsen sowohl in Bezug auf die Zahl der Bewerbungen wie auch auf deren Qualität eine höhere Bedeutung zu als Social Communities.
IT-DIRECTOR: Haben Sie Social-Media-Plattformen in Ihr Jobportal integriert?
I. Rottländer: Wir verlinken von unserer Seite aus auf unsere eigene Facebook-Präsenz, zudem betreiben wir einen Twitter-Channel. Beides nutzen wir allerdings nicht, um dort Stellenanzeigen unserer Kunden zu posten, sondern zur Kommunikation mit unseren Usern und Kunden rund um Stepstone-Themen wie Rekrutierung, Bewerbung und Karriere. Außerdem bieten wir unseren Kunden eine Integration ihrer Stepstone-Stellenanzeigen auf der Facebook-Seite des jeweiligen Unternehmens an, sofern dies gewünscht ist. Dies machen wir aber nur auf Kundenwunsch, da Stellenanzeigen selten auf Facebook verbreitet werden. Verständlicherweise wollen viele Kandidaten nicht mit ihrer Facebook-Community, zu der ja auch oft aktuelle Arbeitskollegen gehören, teilen, dass sie auf Jobsuche sind. Wir glauben: Das Thema „Job“ passt nicht in Netzwerke wie Facebook.
IT-DIRECTOR: In welchen Foren und Plattformen liegt das größte Potential, qualifizierte Spezialisten zu finden?
I. Rottländer: Da Xing und LinkedIn ausgewiesene Businessportale sind, stehen die Chancen hier sicher am besten. Grundsätzlich gilt: Facebook und viele andere soziale Netzwerke werden hauptsächlich privat genutzt, es entstehen also immer große Streuverluste – abgesehen davon können sich die User durch Stellenangebote schlimmstenfalls belästigt fühlen. Unternehmen sollten in Zeiten, in denen eine positive Arbeitgebermarke ein echter Wettbewerbsvorteil sein kann, keinen Imageverlust riskieren.
IT-DIRECTOR: Wie viele Bewerber suchen in welchen Branchen über Ihr Jobportal nach Stellen?
I. Rottländer: Unser Portal hat aktuell monatlich über zwei Millionen Unique User, also Bewerber. In welchen Branchen diese auf Jobsuche gehen, lässt sich nur mit großem Aufwand auswerten – auch da wir unsere Suche nach Berufsfeldern und nicht nach Branchen strukturiert haben. Die Branche ist allerdings eine Suchoption in der Detailsuche. Folgende Berufsfelder sind bei uns stark vertreten: IT, Telekommunikation, Ingenieurwesen, technische Berufe, Marketing und Vertrieb.
Titelinterview
mit Stefan Maierhofer, Senior Director für Zentral- und Osteuropa bei F5 Networks
Titelthema
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Software
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