Gerüchte um den Verlust tausender Jobs alarmieren Verdi
Massiver Stellenabbau bei IBM?
Nachdem das Handelsblatt gestern über den Abbau von bis zu 8.000 der insgesamt 20.000 Stellen bei IBM in Deutschland berichtet hatte, zeigt sich die Gewerkschaft Verdi alarmiert. Auf Anfrage von DV-Dialog wollte IBM wie üblich Spekulationen und Gerüchte nicht kommentieren.

Das Handelsblatt zitiert einen ungenannten IBM-Manager, das Projekt Liquid solle „die Produktionskosten senken, um den Gewinn pro Aktie weiter zu steigern“.
„Es gibt keinerlei Anträge über Sozialplanverhandlungen oder entsprechende Sozialtarifverträge“, beruhigte Bert Stach, Verdis Verhandlungsleiter bei den Tarifverhandlungen mit IBM Deutschland, in einer persönlichen Nachricht die von der brodelnden Gerüchteküche verunsicherte Belegschaft. Und: Er habe gestern die „deutsche Geschäftsführung direkt aufgefordert, mit einem Statement dafür zu sorgen, dass Klarheit herrscht und wieder Ruhe einkehrt.“ Dieses Statement gibt es bisher nicht. „Auch Schweigen ist eine Botschaft“, kommentiert das Handelsblatt heute.
Gerüchte über Umstrukturierungen bei IBM sind ebenso wenig neu wie konkrete Maßnahmen, die für die IBM-Belegschaft in Deutschland spürbar sind. Stach nennt hier die Einführung von verschiedenen Tools, die im Zusammenhang mit dem in der Konzern-Zentrale geplanten Projekt „Liquid“ zur intensiveren Einbindung von Freiberuflern gesehen werden können, oder das Crowd-Sourcing in der „Generation Open“. Über die Hintergründe berichtete schon die letzte Ausgabe von verdi@IBM vom Dezember 2011. Liquid soll, so zitiert das Handelsblatt einen ungenannten IBM-Manager, „die Produktionskosten senken, um den Gewinn pro Aktie weiter zu steigern“.
Einerseits kommen diese Gerüchte angesichts der gerade erst vorgelegten blendenden IBM-Bilanz überraschend, weil auch die Entwicklung in Deutschland – Umsatzplus 4 Prozent – explizit lobend erwähnt wurde. Andererseits will IBM erklärtermaßen das Ergebnis je Aktie bis zum Jahr 2015 von aktuell gut 13 auf 20 Dollar steigern. Ein bewährtes Mittel zum Zweck der IBM ist Sparen bei den Personalkosten – z.B. durch den Verkauf unrentabler Konzernbereiche, Outsourcing und die Verlagerung von Arbeit in Niedriglohnländer.
Dezember-Ausgabe von verdi@IBM
Bildquelle: Thorben Wengert/Pixelio.de
Titelinterview
mit Stefan Maierhofer, Senior Director für Zentral- und Osteuropa bei F5 Networks
Titelthema
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Software
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