Interview mit Alexander Kraus, T-Systems
Private Wolke am SAP-Himmel
Mit den Dynamic Services for SAP Solutions bietet T-Systems eine Private-Cloud-Lösung, um die Komplexität des Betriebs von SAP-Anwendungen sicherzustellen. Im Interview äußert sich Alexander Kraus, Offering Manager Application Operations for SAP Solutions bei T-Systems, zu diesem Leistungspaket.

Alexander Kraus, Offering Manager Application Operations for SAP Solutions bei T-Systems
IT-DIRECTOR: Warum sollten sich Unternehmen mit SAP-Landschaften für Ihre Services entscheiden?
A. Kraus: Unternehmen beziehen hochwertige Services entlang ihrer Geschäftsanforderungen, bleiben dabei technologisch auf dem neuesten Stand und können auf Spezialisten zugreifen. Ferner wandeln sie durch diese Lösung Fixkosten in variable Ausgaben und ersparen sich Investitionen in Kapazitäten, die sie nur für Spitzenlasten benötigen. Zudem passen sie sich schnell an Marktveränderungen an.
IT-DIRECTOR: Wie wichtig ist das SAP-Geschäft für Sie?
A. Kraus: Mit derzeit 3,2 Mio. Anwendern unterschiedlicher Branchen hat dieses Geschäft für uns eine maßgebliche strategische Position. Die meisten unserer SAP-Kunden setzen bereits auf die Dynamic-Services-Lösung. Das ist erwähnenswert, weil diese Kunden u.a. auf unternehmenskritische Produktivsysteme zugreifen. Sie betreiben ihre SAP-Systeme nicht mehr selbst, sondern beziehen Speicherplatz, Bandbreite, Rechner- oder Applikationskapazitäten je nach Bedarf aus unseren Rechenzentren.
IT-DIRECTOR: Wie kommt es zu diesem starken Wachstum?
A. Kraus: Mit Service und standardisiertem Vorgehen unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihre Veränderungen erfolgreich zu managen und global zu wachsen. Kamen Ende 2009 schon fünf Millionen SAP Application Performance Standards (SAPS) aus der Cloud, waren es Ende 2010 bereits zehn Millionen SAPS. Die Zahl der von uns betreuten SAP-Anwender stieg dabei um rund 100 Prozent und die der genutzten virtualisierten Slices sogar um 173 Prozent.
Neben vielen Neukunden haben wir auch den einen oder anderen Bestandskunden auf unser Dynamic-Services-Modell migriert. Im Rahmen dieses Modells teilt er sich mit anderen Unternehmen die Ressourcen, von der Hardware bis zu den Services im Basisbetrieb. Durch das Zusammenfassen der Server in großen Pools konnten wir deren Auslastung auf 80 Prozent steigern. Mit unseren Services benötigen wir für die gleiche Leistung deutlich weniger Hardware und damit auch weniger Energie als bei einem dedizierten Hosting-Modell, bei dem jeder Kunde eigene Rechner und Speicherkapazitäten beansprucht.
IT-DIRECTOR: Gibt es seitens der Unternehmen Sicherheitsbedenken bei der Nutzung der Services?
A. Kraus: Diese Plattform ist für sämtliche Industrien und Kundengrößen geeignet. Verschiedene Zertifikate, basierend auf ISO-Normen oder Sicherheits- und Compliance-Mechanismen, etwa dem SOX-SAS-70-Type II-Report, bescheinigen uns die Rechtskonformität. Durch regelmäßige Audits werden diese Zertifikate in vorgegebenen Zeitabständen erneuert.
IT-DIRECTOR: Welchen Stellenwert haben die Services in Ihrem SAP Lösungsportfolio?
A. Kraus: Ich würde gerne einen Schritt zurückgehen: Innerhalb von T-Systems haben wir ein Angebot definiert, das SAP-Betriebslösungen beinhaltet: Application Operations for SAP Solutions. Es umfasst zum einen den klassischen Betrieb mit einer 1:1-Beziehung, bei dem der Kunde seine eigene Hardware und je nachdem auch sein eigenes Betriebsteam erhält. Zum anderen gibt es die Dynamic Services, mit denen alles virtualisiert und hoch industrialisiert zur Verfügung gestellt wird. Derzeit laufen etwa 80 Prozent der SAP-Landschaften unserer Bestandskunden auf der Dynamic-Services-Plattform. Auch Neukunden entscheiden sich zu rund 80 Prozent für diese Variante.
IT-DIRECTOR: In welchen Ländern bieten Sie die Services an?
A. Kraus: Die Serviceplattform steht Unternehmen aller Branchen weltweit zur Verfügung. Wir haben sie in verschiedenen Regionen mit einer einheitlichen Architektur implementiert: Über zwei Rechenzentren (Twin Core), das Primary und das Secondary Data Center werden die Daten hin und her gespiegelt, um sich gegen einen Katastrophenfall zu wappnen.
IT-DIRECTOR: Welche Verfügbarkeiten garantieren Sie?
A. Kraus: Wir bieten fünf Standard-Service-Levels an, die von den reinen Bürozeiten bis zu 24-Stunden-Services an sieben Tagen in der Woche gehen. Je nach Level kann der Kunde auf eine Servicehotline, nachts oder in anderen Zeitzonen, zugreifen. Wir bieten Verfügbarkeiten von 98 bis zu 99,5 Prozent. Weitere Sicherheit wird durch die Twin-Core-Architektur erreicht. Im Fall von Datenverlust wird die Zeit bis zur vollständigen Wiederherstellung der Daten (Disaster Recovery) mit in die Service Level Agreements aufgenommen.
IT-DIRECTOR: Die Services stehen für ein Outsourcing-Modell. Wohin geht der Trend im Betrieb von IT-Lösungen allgemein?
A. Kraus: Beim Basis- und Infrastrukturbetrieb geht der Trend klar zum Outsourcing. Zum einen, weil die Unternehmen unter hohem Kostendruck stehen. Zum anderen, weil sie es sich kaum noch leisten können, die ständigen Technologiewechsel und den damit verbundenen Know-how-Aufbau mitzuführen. Mit den heute möglichen Übertragungsraten wird dabei das Cloud Computing – bei T-Systems Dynamic Services genannt – weiter an Bedeutung gewinnen. Kunden beziehen dabei ITK-Leistungen dynamisch aus dem Rechenzentrum. Dienstleister sorgen dafür, dass diese Services in hoher Qualität zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus sind in unserem Dynamic-Services-Angebot bereits alle Kosten enthalten. Der Kunde bezieht nur, was er benötigt, kennt über dieses Modell seine Operational Expenses (Opex: Betriebskosten) und kann diese buchhalterisch effektiver abschreiben. Vorher musste er die Aufwände für Abschreibung der Investitionen, Management, Wartung und Personal in mühsamer Kleinarbeit berechnen. Die Investitionskosten (Capital Expenses: Capex) werden in flexible Betriebskosten gewandelt. Das dadurch frei werdende Kapital verschafft unseren Kunden den finanziellen Freiraum um Innovationen und andere Projekte voranzutreiben.
Unser Kerngeschäft ist die Informations- und Kommunikationstechnologie. Wir investieren in Technik und ITK-Spezialisten, um unsere Marktposition weiter auszubauen. Und ganz ehrlich: Sie sind schließlich Bankkunde, weil Ihre Bank Ihnen die besten Produkte anbietet, und nicht deshalb, weil sie das SAP-System selbst betreibt oder nicht.
Titelinterview
mit Stefan Maierhofer, Senior Director für Zentral- und Osteuropa bei F5 Networks
Titelthema
IT-Infrastrukturen: Ruckzuck von 0 auf 100
Software
Business Intelligence: Datenberge bezwingen
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