15.12.2011
Branche, Web 2.0 / Social Media
Von: Esther Günes

Kai Deininger, LinkedIn

Revolution: Social Media

Interview mit Kai Deininger, Commercial Director LinkedIn Deutschland, über Personalrekrutierung in Zeiten des Web 2.0


Kai Deininger, Commercial Director LinkedIn Deutschland

IT-DIRECTOR: Auf welchem Wege rekrutieren Großunternehmen heute ihr Personal?
K. Deininger:
Große Unternehmen gehen mehrere Wege, um nach neuen Mitarbeitern  zu suchen. Es gibt immer noch klassische Methoden wie Stellenausschreibungen in Printmedien, das ‚Schwarze Brett‘ oder den Einsatz von Headhuntern. Doch gerade Recruitment erlebt durch Social Media eine revolutionäre Veränderung. Soziale Medien werden dazu genutzt, nicht nur aktive, sondern auch passive Talente (die sich nicht aktiv bewerben, aber sehr gut ins Anforderungsprofil passen) zu finden. Dies hat große Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Unternehmen Talente suchen und ansprechen.

So erklärte Francois de Wazières, International Re­cruitment Director bei L’Oreal, dass LinkedIn ihnen die Möglichkeit gibt, nach potentiellen Kandidaten zu suchen, die noch keine Bewerber sind. Der  Kosmetikhersteller war mit Hilfe von LinkedIn in der Lage, ungefähr 100 neue Mitarbeiter pro Jahr zu rekrutieren. Viele der Bewerber hätten zuvor nichts von den Stellen­ausschreibungen bei L’Oreal gewusst.

IT-DIRECTOR: Inwiefern unterstützt LinkedIn Personaler ­dabei, potentielle Mitarbeiter per Social-Media-Funktion zu rekrutieren?
K. Deininger:
LinkedIn ist ein guter Ort, um Kontakt mit hochqualifizierten Arbeitskräften aufzubauen, selbst mit denen, die nicht aktiv nach einem neuen Job suchen: Mit über 120 Millionen Mitgliedern weltweit, davon zwei Millionen Mitglieder in der DACH-Region, sind wir das größte professionelle Business-Netzwerk der Welt. Personal-Experten können auf LinkedIn nach Kandidaten suchen. Dazu müssen sie nicht mal ein spezielles Hiring-Solutions-Produkt verwenden, wie etwa „Optimized Career Pages“, „Work with Us Ads” und „Recruiter“, die den Recherche-Prozess aber wesentlich ein­facher, schneller und effizienter machen.

Kürzlich haben wir zwei neue Funktionen vorgestellt, die Personal-Experten bei der Suche unterstützen: „Apply with LinkedIn“ bietet Jobsuchenden einen einfachen und schnellen Weg, sich für den passenden Job zu bewerben. Für Unternehmen besteht der Vorteil darin, dass Personalverantwortliche Zugriff auf eine Vielzahl der qualifiziertesten und begehrtesten Fach- und Führungskräfte weltweit haben. Unternehmen  können diese Applikation ganz einfach auf ihrer Webseite integrieren. „Talent Pipeline“ ermöglicht Personalchefs, ihren Talentpool zu erweitern, potentiellen Kandidaten zu folgen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

IT-DIRECTOR: Wie viele Bewerber suchen in welchen Branchen über Ihr Netzwerk nach Stellen?
K. Deininger:
Zu den aktivsten Branchen des Netzwerks zählen IT und Kommunikation, Beratung sowie die Automobilindustrie. Auf alle Mitglieder in Deutschland bezogen, ist es schwer, zwischen aktiven und passiven Bewerbern zu differenzieren. Unserer Recherche zufolge suchen nur 18 Prozent der Mitglieder, die sich in einem Arbeitsverhältnis befinden, aktiv nach einem Job. Aber auch die passiv Suchenden sind offen für neue Möglichkeiten. 60 Prozent davon interessieren sich für neue Berufschancen.

IT-DIRECTOR: Wie sieht die Erfolgsquote Ihrer Direktbewerbungsfunktion aus?
K. Deininger:
Dazu existieren noch keine konkreten Zahlen, da die „Apply with LinkedIn“-Bewerbungsfunktion erst vor Kurzem initiiert wurde.


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