Auf der Suche nach Personal
Übersicht im Datendschungel
Immer mehr Headhunter nutzen soziale Plattformen für ihre Suche nach dem passenden Personal. Damit aus den Profilinhabern potentielle Kandidaten werden, muss der persönliche Kontakt hergestellt werden. Spezielle Software-Programme helfen dabei, im Rekrutierungsprozess den Überblick über die Daten zu behalten.

„Sind Sie an einer neuen beruflichen Herausforderung interessiert?“ Fach- und Führungskräfte haben Nachrichten wie diese des Öfteren in ihrem Posteingang bei Internet-Plattformen wie XING oder LinkedIn. Die Fülle an Informationen auf vielen Nutzerprofilen verführt Personalberater oftmals dazu, sich mit potentiellen Bewerbern auf dem scheinbar kurzen Weg auszutauschen, nämlich über die Nachrichtenfunktion der jeweiligen Plattform. Dies dürfte sie schnell an organisatorische Grenzen bringen.
Soziale Netzwerke sind in aller Munde. Die Business-Plattformen XING und LinkedIn zählen weltweit mittlerweile rund 10 beziehungsweise 120 Millionen Nutzerprofile und haben sich im Geschäftsleben etabliert. Nachdem viele persönliche und berufliche Informationen der Mitglieder dort zu finden sind, sind solche Portale eine wahre Fundgrube für Headhunter.
Aus den gesichteten Profilen auf Business-Plattformen werden aber nur dann wertvolle Kontakte, wenn die Informationen auch Eingang in die weiteren Arbeitsabläufe der Personalberatung finden. Der telefonische Kontakt mit potentiellen Kandidaten beispielsweise liefert dem Headhunter besonders wichtige Informationen über die berufliche Situation und Persönlichkeit. Nicht umsonst gehört zur Personalberatung auch ein gutes Stück Menschenkenntnis.
Nicht alle Kandidaten sind online
Das ein oder andere Mal erfährt der Headhunter bei solchen Gelegenheiten auch Details zur Aufstellung und Entwicklung des Unternehmens oder einen Hinweis auf einen anderen passenden Kontakt, den der Personalberater in den Netzwerken nicht hätte recherchieren können. Schließlich stellt der Nutzerkreis von Business-Portalen nur einen Ausschnitt aus der Schar potentiell geeigneter Kandidaten dar. So beobachtet etwa Wolfgang Jäger, Professor für Media-Management an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden, dass Ingenieure und IT-Experten sozialen Netzen bislang weniger wohlwollend gegenüberstehen als Marketing- oder Vertriebsmitarbeiter. Ausgerechnet die heiß begehrten Fachkräfte aus dem technischen Bereich sind dort also nicht ausreichend zu finden.
Business-Plattformen sind demnach eine nützliche Quelle, die andere sinnvoll dabei ergänzt, passende Kandidaten zu finden. Die Recherche im Mitgliederverzeichnis und in Foren weist dabei aber immer auf andere Kommunikationswege hinaus, die genauso professionell beschritten werden müssen. Um die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess planen und dabei die Rechercheergebnisse überschauen und optimal nutzen zu können, ist es für den Personalberater darum wichtig, die gesammelten Informationen – ob per XING-Profil, E-Mail, Telefon oder aus dem persönlichen Treffen – effektiv zu dokumentieren und zentral zu managen. Damit die Suche in verschiedenen Listen, Programmen und Dateiordnern, die oftmals langwierig und unsystematisch ist, zu vermeiden, lohnt sich der Einsatz professioneller Personalberater-Software, die an den Workflow des Unternehmens angepasst ist.
Den Überblick behalten
Mithilfe von Schnittstellen zu Office- und E-Mail-Programmen lassen sich die komplette Korrespondenz mit einem Kandidaten sowie erhaltene und selbst erstellte Dokumente direkt der entsprechenden Person in der Datenbank zuordnen. So geht keine Information mehr verloren, außerdem können durch ihre Organisation in einer zentralen Datenbank wenn nötig auch Kollegen in der Personalberatung spontan einspringen und die weitere Ansprache ohne Wissenslücken übernehmen. Vor allem aber können die vorhandenen Daten mit dem passenden Werkzeug optimal aufbereitet und ausgewertet werden, beispielsweise durch die Erstellung eines Kandidaten-Rankings nach eigenen Vorgaben, eine grafische Darstellung der recherchierten Unternehmenshierarchie und eine Übersicht über die verschiedenen laufenden Beraterprojekte mit den jeweils zugeordneten Kandidaten und aktuellen Aktivitäten.
Damit die Berater ohne langes Abtippen von der Recherche zum Management der Kandidateninformationen übergehen können, stehen ihnen mittlerweile auch schon Software-Programme als kleine Helfer zur Verfügung. Diese extrahieren freigegebene Daten auf Nutzerprofilen bei XING und LinkedIn sowie aus zugesandten Lebensläufen und übertragen sie strukturiert in ihre jeweilige Branchenanwendung. So hat der Berater mehr Zeit dafür, die nächsten Schritte zur Kontaktaufnahme anzugehen und die weiteren Aktivitäten zu planen. Eine auf die eigenen Arbeitsschritte zugeschnittene Software wird somit zum Dreh- und Angelpunkt für modernes Recruiting, das alle Kanäle mit einbezieht.
Bildquelle: Michael Lorenzet/pixelio.de
Titelinterview
mit Stefan Maierhofer, Senior Director für Zentral- und Osteuropa bei F5 Networks
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