05.06.2012
Infrastruktur
Von: Ingo Steinhaus

Hardware-Wirrwarr

Ultratabletbooks: Der Gerätezoo von Windows 8

Bald ist der Herbst von Windows 8. Damit das nicht schlecht klingt, präsentieren die Hersteller einen wilden Gerätezoo aus Tablets, Ultrabooks, Convertibles und allem dazwischen.


Das ultradünne Acer Aspire S7 mit Touchscreen

Es ist wieder Computex-Zeit und die bekannten Hersteller aus Asien schütten ihr Füllhorn über uns aus: Asus stellt ein ARM-Tablet mit Windows 8 RT und Tastaturdock vor und Acer bringt bald ein extrem dünnes x86-Ultrabook mit Touchscreen auf den Markt. Es gibt übrigens auch andere Gerätegattungen, der Herbst bringt einen wahren Regen aus Tablets, Convertibles und Ultrabooks mit Windows 8 für x86- sowie ARM-Geräte.

MSI zum Beispiel baut ein x86-Convertible im Ultrabook-Formfaktor sowie ein Tablet mit Slide-Tastatur. Außerdem will auch Toshiba auf diesem Markt mitmischen. Und PC-Riese Dell bringt mindestens ein Convertible und ein Tablet heraus - ebenso Samsung.

Außerdem werden in den nächsten Monaten sicher noch einige Dutzend neue Android-Tablets erscheinen, in unterschiedlichsten Ausstattungsvarianten, mit sieben oder zehn Zoll, als Billigversion oder als Highend-Bolide im (fast) vierstelligen Preissegment.

Welch ein Durcheinander. Windows 8 wirbelt den ohnehin schon vollkommen unübersichtlichen Tablet-Markt abseits des iPads gehörig durcheinander. Die erste Panikreaktion vieler Tablet-Interessenten wird vermutlich ein Aufschrei sein: "Ich will ein iPad und meine Ruhe."

Mal abgesehen davon, dass es das iPad inzwischen auch in einigen Varianten gibt, sieht der Wohlfühl-Einkauf definitiv immer noch so aus: Apple.de ansurfen, iPad nach Wunschkonfiguration auswählen und auf die Lieferung warten. Komplexitätsreduktion ist die Devise und darüber könnte manches Produkt vom Markt verschwinden.

Bei Android-Tablets ist das schon passiert, nämlich bei dem "Cisco Cius". Nie gehört? Richtig, es war ebenso unbekannt wie erfolglos. Dabei wirkten die Pläne auf den ersten Blick durchdacht: Ein hochpreisiges (halt: hochwertiges) Business-Tablet, das ausschließlich über B2B-Kanäle verkauft wird - zusammen mit anderer hochwertiger Business-Hardware.

Leider hat Cisco die Rechnung ohne den Anwender gemacht. Der steht nämlich auf das iPad und bringt einfach sein eigenes mit, wenn er es nicht via Zentraleinkauf bestellen kann. Von den CIOs in nutzlosen Rückzugsgefechten bekämpft, dringen immer mehr private Smartphones und Tablets in die Unternehmen ein. Ganze Schlaue haben die Einkesselung als "Bring Your Own Device" (BYOD) bezeichnet und zur hippen IT-Strategie umdefiniert.

An seinem Beharren auf einer reinen B2B-Strategie ist Cisco in den BYOD-Kesselschlachten gescheitert.  Die anderen Hersteller, vor allem aber die Anbieter von Windows-8-Tablets, setzen dagegen auf die Endkunden und auf die Attraktivität ungewöhnlicher Hardware.

So zielen die neuen Tablet-/Ultrabook-Hybriden von Asus und Acer eher auf den etwas anspruchsvolleren Anwender, der häufig mit der Tastatur arbeiten will und dank BYOD auch muss. Dies dürfte auch im Sinne der Unternehmen sein, bei denen das Tablet bislang eher eine nette Ergänzung zum Notebook war. Unterwegs oder im Homeoffice ist der vollwertige Windows-PC immer noch das Mittel der Wahl, wenn im Unternehmensnetz gearbeitet werden soll.

Die Hersteller bemühen sich also sichtlich, nicht einfach eine Art iPad mit Windows 8 auf den Markt zu bringen, sondern eher eine modernisierte Variante des guten alten Windows-Notebooks. Die vorgestellten Hybrid-Varianten könnten für Windows 8 genau die richtige Starthilfe sein, denn die neue Betriebssystemversion ist ebenfalls ein Hybrid zwischen Tablet- und Desktop-OS. Zusammen mit der richtigen Hardware kann es in beiden Einsatzgebieten gleich erfolgreich werden.

Bildquelle: Acer

 


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