03.02.2012
Kommunikation
Von: Hans J. Gilg

Asklepios-Klinik verbessert Patientensicherheit

Elektronische Patientenakte

Die Asklepios Schlossberg-Klinik Bad König hat im Rahmen der Ausweitung ihrer Behandlungs- und Pflegekapazitäten eine elektronische Patientenakte (EPA) auf Basis der Patientendatenmanagement-Software (PDMS) von Health Information Management eingeführt.


Die elektronischen Patientenakte in der Praxis

Ulrich Schultz, Asklepios Schlossberg-Klinik

Dank dieser Lösung kann die Klinik ihre medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Abläufe und Leistungen auf einer Plattform automatisiert für jeden Patienten erfassen und bündeln, komplett dokumentieren sowie transparent darstellen und aufschlüsseln. Die Lösung basiert auf der QCare-Suite von Health Information Management. Laut Anbieter integriert diese die Systeme und medizinische Geräte, um online patientenspezifische Daten, wie etwa Vitalparameter, zu ermitteln. Sie lassen sich über eine Anbindung an das Krankenhausinformationssystem bereitstellen, um klinikweit abrechnungsrelevante Leistungen dokumentieren und weiter verarbeiten zu können. Für die Klinik soll der Vorteil darin bestehen, dass sie damit wesentliche wirtschaftliche, medizinische und technische Ziele erreicht: Erlössicherung, Patientensicherheit und transparente Prozesse.

Als Klinik für neurologische Frührehabilitation mit insgesamt 100 Betten – davon 30 Intensivbetten muss die Einrichtung einen hohen Dokumentationsaufwand bewältigen. Das immense Volumen ergibt sich aufgrund der vielen Behandlungs- und Pflegeleistungen, die in der Intensivmedizin zu erbringen sind. Dabei gilt es, die Leistungen der insgesamt 495 Mitarbeiter, darunter 20 Ärzte, 227 examinierte Kranken- und Gesundheitspfleger sowie 64 Therapeuten minutengenau darzustellen. "Dies mit manuellen Mitteln zu erledigen, wäre mittelfristig nicht mehr tragbar gewesen", erläutert Marius Appel, der das Projekt der Asklepios Schlossberg-Klinik leitet.

Die minutengenaue Erfassung der erbrachten Leistungen ist dabei ein wichtiges Kriterium für den wirtschaftlichen Erfolg. Denn die Intensivmedizin hat pro Patient und Tag 300 Minuten an Therapie nachzuweisen. Um die Anforderungen der medizinischen Dienste erfüllen zu können, müssen alle Leistungen genau dokumentiert und nachvollziehbar sein. Sofern geleistete Minuten nicht erfasst sind, gelten sie als nicht erbracht. Demgegenüber ist das nachträgliche Erfassen der Daten sehr aufwendig, häufig fehlerhaft und sehr kostenintensiv.

Deshalb entschloss sich die Klinik im Jahr 2010, die QCare-Lösung einzusetzen, da dieseanpassungsfähig genug war, um den komplexen interdisziplinären
Dokumentationsaustausch in der Klinik abzubilden und zu unterstützen. Hierzu hat das Projektteam das QCare-Modul für Intensiv- und Normalstation erweitert und um die inhaltlichen Anforderungen und Prozesse der Therapieabteilung ergänzt.

Im gesamten Asklepios-Konzern ist damit die erste EPA im vollumfänglichen Betrieb im Einsatz. Ihre Implementierung dauerte dank des Projektmanagements lediglich vier Monate. Dies wird nach eigenen Angaben branchenweit als außergewöhnlich schnell angesehen; nicht zuletzt weil die Aufgabe sehr komplex war. Ferner legte die Klinik auch Wert darauf, dass die Lösung einfach bedienbar und herstellerunabhängig ist – also ohne fest an einen Anbieter von Krankenhausinformationssystemen gebunden zu sein. Im April 2011 wurde das System zunächst im Altbau zum Laufen gebracht, um es nach dem Umzug in den Klinikneubau im September 2011 erneut sicher betreiben zu können.

Seitdem laufen aus dem Gerätepark (Monitor, Dialyse, Beatmung und Infusionstechnik) die Vitalparameter automatisch im System ein, wodurch die
Patientensicherheit erheblich verbessert werde. Jeder Mitarbeiter kann nun entsprechend seiner Berechtigung von jedem Ort aus auf die vernetzte EPA
zugreifen. Laut Anbieter werden die Prozesse dadurch transparenter, während der Koordinationsaufwand gegenüber früher gesunken ist. So ergaben interne
Erhebungen, dass jeder aufgrund des geringeren Koordinationsaufwandes pro Tag etwa eine halbe Stunde an Zeit gewinnt.

Darüber hinaus erzielt die Klinik weitere Zeiteinsparungen: Diese Zeit kann das Personal nun anstelle der administrativen Aufgaben den Patienten widmen. Bereits in der Einführungsphase wurde ermittelt, dass eine Schwester allein in der Nachtschicht eineinhalb Stunden einspare. Dadurch soll auch die Sicherheit der Patienten und die Behandlungsqualität steigen. Außerdem konnte die Erlössichtung, die die Ärzte vornehmen, beschleunigt werden. Während früher das Sichten der Erlöse rund zwei Stunden pro Patient beanspruchte, so kann ein Arzt nun die Erlössichtung von sämtlichen Patienten innerhalb von nur einer Stunde erledigen.

Für die Akzeptanz des EPA-Projekts in der Asklepios Schlossberg-Klinik waren laut Geschäftsführer Ulrich Schultz zwei Faktoren ausschlaggebend: Die frühe Einbindung aller Berufsgruppen aus dem interdisziplinären Team der Klinik sowie das Etablieren sogenannter Key User. Dieses Kernteam von zehn Mitarbeitern wurde von Anbeginn speziell geschult, um die anderen Mitarbeiter später gezielt an der Lösung auszubilden und das System gemäß den Anforderungen der Klinik zu konfigurieren.

Die Investition für die EPA-Lösung in der Klinik lag Ulrich Schultz zufolge im oberen sechsstelligen Bereich und wird sich schätzungsweise innerhalb von drei bis vier Jahren amortisiert haben. Im Rahmen des weiteren Ausbaus ist geplant, das System während der Etablierungsphase kontinuierlich zu verbessern, wobei zusätzliche medizinische Geräte angebunden sowie die Anwenderfreundlichkeit erhöht werden sollen: Dabei soll so viel wie möglich automatisiert werden, um die Transparenz und die Patientensicherheit zu verbessern.
www.him-info.com
www.asklepios.com

Bildquellen: Asklepios Schlossberg-Klinik Bad König


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