Interview mit Thomas Hensel, SAP
Wikis und Foren inklusive
Interview mit Thomas Hensel, Product Manager für Netweaver Portal und Enterprise Workspaces bei der SAP, über die Bedeutung des zentralen Zugriffs der Anwender auf ihre persönlichen Informationen
IT-DIRECTOR: Welche Portalfunktionen werden momentan verstärkt nachgefragt?
T. Hensel: Bei unserem Netweaver Portal erkennen wir einen klaren Trend nach oben – sowohl bei Bestands- als auch bei Neukunden. Immer mehr Unternehmen nutzen die erweiterten Portalfunktionalitäten wie Web Content Management, Dokumenten-Management, Foren sowie die Werkzeuge für Eigenentwicklungen, um umfangreiche und optisch ansprechende Intranet- oder Extranet-Auftritte umzusetzen. Der zentrale Zugriff der Anwender auf ihre persönlichen Informationen, Services, Applikationen, Reports, „Social Information" und weitere Inhalte spielt dabei eine wichtige Rolle.
Desweiteren sehen wir sehen einen deutlichen Bedarf nach benutzerfreundlichen Anwendungen und Werkzeugen, die es den Usern ermöglichen, komfortabel eigene Inhalte anzulegen, zu veröffentlichen und mit Kollegen zu kollaborieren. Intelligente Werkzeuge und Self Services unterstützen den Anwender, die relevanten Informationen zusammenzutragen und auszuwerten und steigern somit dessen Produktivität. Gleichzeitig fragen unsere Kunden nach Lösungen, die weniger Kosten bei der Einführung, dem Betrieb oder dem Training der Mitarbeiter verursachen – am besten verbunden mit konkreten Best Practices oder vorkonfigurierten Business Packages.
Gerade Kunden mit komplexen Landschaften und mehreren Backend-Systemen schätzen die Möglichkeit, unterschiedliche Inhalte mit Wizards in ein zentrales Portal einzubinden und zu verwalten. SAP adressiert solche Anforderungen mit dem aktuellen Release Netweaver 7.3, das mit dem neuen Portal erweiterte Funktionen für Web Page Composer, zur Integration von SAP-Anwendungen oder Wikis liefert.
IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielen Collaboration und Web 2.0?
T. Hensel: Das Thema Collaboration spielt innerhalb der SAP eine wichtige Rolle. Mit den neuen Enterprise Workspaces können die Nutzer beispielsweise selbst und einfach Inhalte aus dem Portal, der Business Suite oder anderen Quellen im Web auf einen Workspace platzieren. Anschließend kann der Benutzer diesen Workspace gemeinsam mit Kollegen nutzen und im Kontext der Inhalte kollaborieren. Insbesondere für Unternehmen mit mehreren Standorten ist ein zentraler Zugangspunkt für aktuelle Informationen wichtig.
Unsere Portallösung stellt auch andere Kollaborationsservices wie Wikis und Foren zur Erhöhung der Team-Produktivität zur Verfügung. Als eigenständige On-Demand-Lösung hilft SAP Streamwork Teams, effizient Entscheidungen zu treffen, indem Experten in einer kollaborativen Arbeitsumgebung gemeinsam Geschäftsdaten mittels intuitiver Werkzeuge analysieren und bewerten können.
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(Fortsetzung)
IT-DIRECTOR: Auf welche Standards sollte man heute bei der Einführung eines Unternehmensportals setzen?
T. Hensel: Bei der Einführung sollte die Verfügbarkeit der aktuell führenden offenen Industriestandards geprüft werden, da diese den Bedarf des Marktes adressieren. Wir arbeiten aktiv in verschiedenen Gruppen und Gremien, die Standards etwa im Bereich Sicherheit, Interoperabilität oder Applikations-Server vorantreiben. SAP wertet kontinuierlich aktuelle Technologietrends aus und unterstützt neue Standards beispielsweise im Bereich Rich Internet Applications (Adobe Flash, Microsoft Silverlight, HTML5), Ajax Technologie, WSRP, OpenSocial, Java EE5, oder JSR 168/268 Portlets.
IT-DIRECTOR: SAP hatte für Anfang 2011 die Version 7.3 von SAP Netweaver angekündigt. Wann ist die neue Version verfügbar und welche Neuheiten gibt es?
T. Hensel: Wir liefern das neue Release Netweaver 7.3 derzeit an ausgewählte Kunden und Partner im Rahmen des Ramp-Ups aus. Besonders die neuen Portalfunktionen stehen im Fokus vieler Implementierungsprojekte. Die generelle Verfügbarkeit für alle SAP-Kunden weltweit ist für das zweite Quartal diesen Jahres geplant. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:
Zentraler Zugriff auf Inhalte: Portalinhalte können in der neuen Administrationsumgebung mittels vereinfachten Assistenten komfortabel angelegt und verwaltet werden. Verbesserungen in der Architektur des Java Server helfen, die Betriebskosten zu senken und die Administration zu vereinfachen. Kunden können im neuen Signature Design die Menüs und Motive anpassen oder komplett durch eigene Designs ersetzen. Darüber hinaus liefern wir erweiterte Funktionen zum Integrieren von Inhalten, wie ERP-oder SCM-Anwendungen. Verbessert wurde außerdem das Zusammenspiel zwischen SAP und Portalen von Drittanbietern.
Content Management: Die überarbeitete Version vom Web Page Composer bietet eine intuitive Arbeitsumgebung zur Pflege von Portalseiten und unterstützt die Autoren mit Werkzeugen zum zeitabhängigem Publizieren, mit Genehmigungs-Workflow oder interaktiven Portalseiten (Mashups). Das Knowledge Management (KM) wurde um Funktionen wie Archivierung, Hochladen von mehreren Dateien und eine einfachere Konfiguration erweitert.
Collaboration und Self-Service Enablement: Die neue Wiki-Lösung unterstützt die Anwender beim kollektiven Erstellen und Austauschen von Informationen und bietet Funktionen für Berechtigungen, Genehmigungsprozesse, Suche, Versionierung, etc. Die Foren wurden um zusätzliche Funktionen wie KM-Integration, Ratings und öffentliche Programmierschnittstellen erweitert.
IT-DIRECTOR: Ein Blick in die Zukunft: Was können die Anwender von Ihrer Portallösung erwarten?
T. Hensel: In Zukunft wollen wir Benutzer und Teams noch produktiver machen. Wir testen neue Ansätze, um SAP-Business-Suite-Inhalte, analytische Daten aus BusinessObjects oder unstrukturierte Informationen aus Content-Management-Systemen zu integrieren und mit sozialer Interaktion zu verbinden. Dies alles hat das Ziel, Geschäftsprozesse anzureichern und Mitarbeiter zu befähigen, Aufgaben effizienter zu erledigen.
Titelinterview
mit Stefan Maierhofer, Senior Director für Zentral- und Osteuropa bei F5 Networks
Titelthema
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Software
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