
Die neuen EcoRP-Lackierroboter von Dürr stehen nicht auf dem Boden, sondern bewegen sich auf Schienen. Die Roboter erledigen nicht nur den Lackauftrag, sondern auch das Öffnen von Türen und Hauben im Lackierprozess.
Eine Lackierung schützt nicht nur die Karosserieoberflächen von Fahrzeugen, sondern verleiht diesen durch Farbe und Glanz auch eine optische Wirkung. Für die Qualität einer Lackierung bei der Automobil-Herstellung ist u.a. die eingesetzte Applikationstechnik entscheidend. Die Dürr Systems GmbH aus Bietigheim-Bissingen ist ein international führender Anbieter in diesem Bereich und bietet ihren Kunden ein Portfolio an ausgereiften Lösungen vom Lackierroboter bis hin zum Lackzerstäuber.
Doch trotz regelmäßiger Wartung können Bauteile oder Systemkomponenten verschleißen oder ausfallen. Um die Maschinenausfallzeiten bei Kunden möglichst gering zu halten, hat der Spezialist für Applikationstechnik deshalb ein effizientes und gut organisiertes Bestellwesen von Ersatzteilen aufgebaut.
Ein Netzwerk an internationalen Niederlassungen nimmt die Ersatzteilbestellungen von Kunden auf und übermittelt diese an die Firmenzentrale in Deutschland. Dort werden die Ersatzteile bedarfsgerecht disponiert, produziert sowie zeitnah an die Niederlassungen verschickt, die die Teile beim Kunden einbauen. „Der dezentrale Vertrieb hat den Vorteil, dass jede Niederlassung nur wenige kritische Ersatzteile vorhalten muss, was Lagerkosten spart“, erklärt Ursula Ziwey (siehe Foto), CIO der Dürr Systems GmbH.
Durch Releasewechsel zum Web-Shop
Seit 2003 hat das Unternehmen seine Niederlassungen mithilfe des SAP Online Stores über das Intranet mit der zentralen SAP-R/3-Software verbunden und damit Abläufe bei der Ersatzteilbestellung effizienter gestaltet. Bei der Erweiterung des bestehenden Online Stores um kundenindividuelle Zusatzfunktionen vertraute man bereits auf die Erfahrungen der Dell Perot Systems.
Im Zuge eines Releasewechsels auf SAP R/3 Enterprise führte Dürr Systems beim Online Store ein Upgrade auf SAP E-Commerce for ERP durch. Die webbasierte Lösung soll technologisch aktuell sein und sich durch eine tiefe Integration in das ERP-Kernsystem auszeichnen.
Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem vorangegangenen E-Business-Projekt betraute der Hersteller von Lackierrobotern erneut die Dell Perot Systems mit der Implementierung der neuen Lösung. In Zusammenarbeit mit deren Beratern gelang es, die Lösung unter Einsatz bewährter Methoden erfolgreich einzuführen.
Mit zentraler ERP-Lösung verbunden
Kundenspezifische Anforderungen des Anwenders wie eine Schnellerfassungsmaske sollen bereits im Standard abgebildet werden oder konnten vom Softwareanbieter durch Customizing nahe am Standard umgesetzt werden. Dazu zählt beispielsweise eine Funktion für die Abwicklung von Express-Lieferungen innerhalb von 24 Stunden.
Aus dem Produktkatalog wählen die Mitarbeiter in den Niederlassungen die benötigten Ersatzteile aus und bestellen diese per Mausklick. „Der neue Web-Shop präsentiert sich optisch ansprechend, anwenderfreundlich und technisch komfortabel. Das garantiert eine hohe Akzeptanz bei den Nutzern“, erklärt Frank Otterstätter, Key User für SAP im Bereich Dienstleistung Ersatzteile und Service bei Dürr Systems.
Die E-Commerce-Lösung ist direkt mit der zentralen ERP-Lösung verbunden. So sollen Mitarbeiter in den Niederlassungen in Echtzeit prüfen können, ob und wie schnell die vom Kunden benötigten Teile verfügbar sind und zu welchem Preis. Sind die Teile auf Lager, können diese in Form einer Standard- oder Expresslieferung geordert werden. Schließt der Mitarbeiter die Bestellung ab, fließen sämtliche Daten automatisch in das ERP-Backend und werden dort mit einer Belegnummer abgelegt.
Durchgängiger Arbeits- und Belegfluss
„Aktuelle Bestellvorgänge lassen sich jetzt problemlos um neue Bestellpositionen erweitern und diese online an die Zentrale übermitteln“, hebt Ursula Ziwey hervor. „Das schafft einen durchgängigen und medienbruchfreien Arbeits- und Belegfluss während des gesamten Bestellablaufs.“ Das sei vorher nicht möglich gewesen.
Hatte eine Niederlassung ihre Bestellungen abgeschickt, mussten nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen per E-Mail, Telefon oder Fax an die Zentrale in Deutschland übermittelt und dort manuell in die SAP-Software eingetragen werden.
Mitarbeiter können nun Ersatzteildaten, wie Material- und Produktnummern oder Preise, aus früheren Bestellungen direkt in eine aktuelle Bestellung einkopieren. Speziell Niederlassungen, die regelmäßig die gleichen Teile ordern, profitieren dadurch von einfacheren und schnelleren Bestellabläufen.
Schnelle Ergebnisse bei Produktsuche
Zudem soll eine vom Softwareanbieter realisierte Volltextsuche auf Basis der SAP-eigenen Such- und Klassifikationstechnologie Trex jetzt schnelle Ergebnisse bei der Produktsuche im Katalog liefern. Technisch gesehen wurde dabei ein Indexserver zwischen Online-Shop und ERP-System geschaltet.
Auf diesem werden die Daten aus dem zentralen Produktkatalog laufend repliziert. Das hat den Vorzug, dass Änderungen am Produktkatalog für die Anwender erst dann sichtbar sind, wenn neue Teile und Produkte aufgenommen beziehungsweise nicht mehr verwendete Teile gelöscht sind.
Darüber hinaus lassen sich laut Anbieter mit SAP E-Commerce for ERP rasch und flexibel weitere E-Commerce-Szenarien realisieren, etwa ein B2B-Web-Shop für Kunden, um Ersatzteile selbst online einzukaufen, oder zur Abwicklung des Ersatzteilgeschäfts in anderen Geschäftsbereichen der Dürr AG.
Die Dürr AG
Der Dürr-Konzern ist mit rund 6.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von circa 1,6 Mrd. Euro (2008) ein weltweit führender Anbieter von Produkten, Systemen und Dienstleistungen vorwiegend für die Automobilfertigung. Das Angebot umfasst wesentliche Fertigungsstufen eines Fahrzeugs, wie Lackierereien und Endmontagewerke. Darüber hinaus liefert das Unternehmen Reinigungs- und Filtrationsanlagen für die Produktion von Motoren- und Getriebekomponenten sowie Auswuchtsysteme und Produkte für die Endmontage. Dürr ist in 20 Ländern vertreten und hat seine Konzernzentrale in Bietigheim-Bissingen.