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Anwendungen im Vergleich

 

Bergisch Gladbach, im Februar 2010 – Seit 2002 bietet die niederländische Metri Group Benchmarking-Dienstleistungen an und zählt inzwischen über 150 Unternehmen wie Shell, Philips oder RWE zu ihren Kunden. Jetzt intensiviert Metri die Aktivitäten im deutschsprachigen Markt. Vor diesem Hintergrund sprach IT-DIRECTOR mit dem Deutschland-Chef Don Rekko über den Nutzen von Application Benchmarking.

Don Rekko

Don Rekko, Deutschland-
Geschäftsführer bei Metri:
„Ein Benchmarking kann der
Ausgangspunkt für konstruktive
Gespräche zwischen der
IT und dem Geschäftsbereich
sein.“

IT-DIRECTOR: Herr Rekko, was kann ein Kunde vom Application Benchmarking erwarten?
D. Rekko:
Organisationen wollen und müssen wissen, ob ihre IT effizient arbeitet. Benchmarking, also der Vergleich mit anderen Anwendern, ist hierfür die beste Methode. Im Wesentlichen geht es um die folgenden beiden Fragen: Unternehmen, die ihre Applikationen selbst betreuen, wollen wissen, ob sie dies effizient tun – oder, ob sie den Betrieb besser auslagern. Und Unternehmen, die den Betrieb ihrer Applikationen ausgelagert haben, möchten wissen, ob sie diese Leistungen zu marktgerechten Preisen einkaufen. Der Kunde erhält eine detaillierte Darstellung seiner Kostentreiber und konkrete Empfehlungen zur Gegensteuerung. Für eventuelle Preisverhandlungen liefern wir Best-Practice-Preise aus der Praxis.

IT-DIRECTOR: Wie stellen Sie sicher, dass Sie nicht “Äpfel mit Birnen“ vergleichen, wenn sie unterschiedliche Softwareprodukte, Unternehmen unterschiedlicher Größe oder auch Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen miteinander vergleichen?
D. Rekko:
Das ist in der Tat eine Herausforderung. Am Anfang steht die klare Beschreibung der zu untersuchenden Applikation hinsichtlich Nutzungsintensität, Komplexität, Servicelevel und -qualität. Dann werden aus der Datenbank Unternehmen vergleichbarer Größe mit vergleichbaren Applikationen ausgewählt. Die Daten zu den einzelnen Applikationen werden nun „normalisiert“. Das heißt, mit faktenbasierten Korrekturfaktoren werden Parameter wie Komplexität und Servicequalität der jeweiligen Applikation an das zu untersuchende Unternehmen angeglichen. Erst dann lassen sich vernünftige Aussagen machen.

IT-DIRECTOR: Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich ein Benchmarking?
D. Rekko:
Benchmarking ist eine Investition wie jede andere, die sich auch auszahlen sollte. Das Application Benchmarking ist noch nicht so verbreitet wie der Vergleich von IT-Infrastrukturdienstleistungen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent haben unsere Kunden hier ein zweistelliges Einsparpotential. Entsprechend ergibt ein Benchmarking Sinn, wenn für den Betrieb der entsprechenden Applikationen 500.000 Euro oder mehr aufgewendet werden.

IT-DIRECTOR: Was raten Sie einem Unternehmen, dessen Applikationen 20 Prozent teurer sind als der von Ihnen angegebene Benchmark?
D. Rekko:
Wenn der Betrieb der Applikationen an einen Dienstleister ausgelagert ist, ist die Empfehlung einfach: der Preis sollte nachverhandelt werden. Untersuchungen mit externen Betreibern machen wir jedoch nur, wenn diese mit dem Benchmarking einverstanden sind und aktiv mitmachen.

Schwieriger ist die Lage bei selbst betriebenen Applikationen. Nicht selten stellt sich heraus, dass die Preistreiber überzogene Service Level Agreements sind oder eine überhöhte Komplexität der Applikationslandschaft infolge von Unternehmensakquisitionen. Dann kann der Benchmark ein Ausgangspunkt für konstruktive Gespräche zwischen der IT und dem Geschäftsbereich sein, der die Applikationen nutzt, um die Anforderungen hinsichtlich Servicequalität und Ausfallsicherheit neu festzuschreiben.

IT-DIRECTOR: Was sind die wichtigsten Faktoren, die die Kosten für den Betrieb einer Applikation nach oben treiben?
D. Rekko:
Die wichtigsten Faktoren sind die Zahl und die Qualität der Dienste, die Anzahl und Komplexität der Applikationen sowie die Vielfalt der Anwendungen. In jedem dieser drei Bereiche gibt es eine Reihe von „Stellschrauben“, um die Kosten kurz- oder langfristig zu verändern. Und natürlich haben die einzelnen „Stellschrauben“ jeweils einen unterschiedlich großen Einfluss auf die Gesamtkosten.  Ein weiterer Kostentreiber – gerade bei Großunternehmen – können gewachsene Eigenentwicklungen sein, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.

IT-DIRECTOR: Wie können IT-Betreiber diese Faktoren zu ihren Gunsten verändern?
D. Rekko:
Zu den besten Maßnahmen zählen häufig die Reduzierung der Komplexität in der Applikationslandschaft und eine Überprüfung der benötigten Service Level Agreements. Außerdem empfehlen wir ein Application Portfolio Management – falls nicht schon vorhanden – und eine umgehende Überprüfung der benötigten Leistungen im Dialog mit den Anwendern aus den Geschäftsbereichen.

IT-DIRECTOR: Was machen diejenigen Unternehmen besonders gut, die eine „preiswerte“ IT betreiben?
D. Rekko:
Kurz gesagt: Sie sind kontinuierlich bestrebt, sich zu verbessern. Sie sind aktiv und nicht reaktiv. Sie messen, überprüfen und vergleichen sich regelmäßig, kennen die Ursachen und Auswirkungen ihrer Kostentreiber und wirken diesen entgegen. Sie kennen die Marktpreise und -trends und erzielen damit bei Preisverhandlungen die angestrebten Ergebnisse.

Von: Christian Egle



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