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Datenbanken heute und morgen

Von: Hermann Anzenberger

Datenbanken sind aus unserem Geschäftsleben nicht mehr wegzudenken. Sämtliche Warenwirtschaftssysteme, Buchhaltungssysteme, Datenbanken zur Kundenpflege, Produktionssysteme oder Online-Angebote haben eines gemeinsam: eine zuverlässige Datenbank arbeitet im Hintergrund.

Hermann Anzenberger, Geschäftsführer der Filemaker GmbH, sagt: "Ich gehe davon aus, dass sich die Nutzung von Datenbanken als Dienst im Web nach dem Prinzip Database as a Service (DaaS) verstärkt etablieren wird."

Mit den Applikationen auf Basis von Oracle oder IBM DB2 beispielsweise wird zu Recht hoher Aufwand getrieben. Doch während im Rechenzentrum alles blitzt und glänzt, leben die Abteilungen und Anwender mit kargen Mitteln. Individuelle Anforderungen werden größtenteils abgelehnt. Dass tagtäglich über die Features der zentralen Applikation hinaus eine Menge an weiter verfeinerten Informationen zu verarbeiten sind, interessiert manchen CIO herzlich wenig.

Die andere Datenbankwelt

Es gibt aber auch den Markt der „kleinen“ Datenbanken, in dem Filemaker und Microsoft Access beheimatet sind. Als Datenbank auf Abteilungsebene sind andere Eigenschaften gefragt. Wichtig ist beispielsweise eine eingängige und intuitiv zu nutzende Benutzeroberfläche. Allerdings darf sich solch eine individuelle Applikation auf Abteilungsebene nicht zur in sich geschlossenen Stand-alone-Lösung auswachsen. Offenheit ist gefragt, Daten müssen zum Rechenzentrum und zurück fließen. Während Anforderungen einzelner Abteilungen oder Arbeitsgruppen in den komplexen, zentralen Datenbanksystemen häufig nicht oder nur unter unverhältnismäßig hohen Kosten umgesetzt werden, können hier schnell unkomplizierte Lösungen entwickelt und Prozesse optimiert werden.

Parallel zu den bereits erwähnten lizenzpflichtigen Angeboten entwickeln sich Wettbewerber aus dem Open-Source-Umfeld wie beispielsweise MySQL oder PostgreSQL. Für diese Datenbanksysteme sind keine Lizenzkosten fällig. Oft werden sie allerdings doch noch teuer durch als Subskriptionsgebühr getarnte Softwarekosten sowie die meist aufwändige Applikationsprogrammierung und Pflege. Ihr Einsatz im Bereich unternehmenskritischer Anwendungen ist trotz laufender Verbesserungen in Sachen Stabilität und Leistung noch umstritten. Open-Source-Datenbanken haben ihre Stärken im Bereich des Internet, wo sie vor allem für Web- und Portalanwendungen eingesetzt werden.

Wohin geht die Reise?

Der Datenbankmarkt verzeichnete in den letzten Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise prognostiziert die International Data Corporation (IDC) für den deutschen IT-Markt 2009 jedoch eine Wachstumsdelle. Eindeutige Tendenzen, die bereits heute zu sehen sind, richten sich auf eine immer stärkere Nutzung von Datenbanken über das Internet. Aufgrund der knapperen Budgetlage prognostiziert IDC eine verstärkte Nachfrage nach Lösungen in Form von Software as a Service (SaaS), also die Nutzung einer Software zur Miete über das Internet ohne vorherige Installation. Ich gehe davon aus, dass sich auch die Nutzung von Datenbanken als Dienst im Web nach dem Prinzip Database as a Service (DaaS) verstärkt etablieren wird. Manche Auguren prophezeien schon eine völlig auf Endgeräte orientierte Welt: Freiberufler etwa mieten sich Applikationen im Web und arbeiten nur noch via Netbook in der Wolke (Cloud). Ich denke, dass sich Mischformen entwickeln werden: Sinnvolles, weil wirtschaftliches Cloud Computing, gepaart mit der lokalen Vorhaltung von wichtigen Daten und individuellen Logiken. Denn gegenüber der Cloud hat der Anwender dasselbe Problem wie gegenüber dem hergebrachten Rechenzentrum: sie deckt nie vollständig die Bedürfnisse des einzelnen Unternehmens oder Anwenders ab.


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