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Hochgeschwindigkeit abseits der Strecke

 

Düsseldorf, im Februar 2010 – Um seine moderne Netwerkinfrastruktur auf den neusten Stand zu bringen, setzt das Autobahnamt Sachsen auf die Hilfe des Netzwerkintegrators Axians.

Ein IP-Netz sorgt dafür, dass die elektronischen Anlagen rund um das sächsische Autobahnnetz mit dem Autobahnamt Sachsen verbunden sind

Wer mit seinem Auto im Freistaat Sachsen auf einer Autobahn unterwegs ist, ahnt aller Wahrscheinlichkeit nicht, dass wenige Meter neben der asphaltierten Trasse noch eine weitere Hochgeschwindigkeitsstrecke verläuft. Allerdings sind auf dieser keine Autos unterwegs, sondern Daten. Ein IP-Netz sorgt dafür, dass die elektronischen Anlagen rund um das sächsische Autobahnnetz 24 Stunden täglich mit der Zentrale, dem Autobahnamt Sachsen, verbunden sind.

Wie viele Autos sich auf den Strecken befinden und ob demzufolge Stauwarnungen notwendig sind, Details über Temperatur und Zustand der Straße für die Autobahnmeistereien für z.B. Glatteiswarnungen oder den Streudienst, die Steuerung für die variablen Verkehrsanzeigen, die Verbindungen zu den Notrufsäulen sowie Tunnelüberwachung – all das soll bereits heute konsolidiert und ausfallsicher über eine moderne Netzwerkinfrastruktur laufen, die aktuell vom Netzwerkintegrator Axians auf den neusten Stand gebracht wird.

Schrittweise Modernisierung

Das Autobahnamt Sachsen betreut ein Streckennetz von insgesamt 456,5 Kilometern Länge. Im Jahr 1990, kurz nach dem Fall der Mauer, wurde das Amt mit zwei Mann Personal gegründet und seither schrittweise modernisiert. „Davor wurde das gesamte Kabelnetz und die Übertragungsanlagen noch von der Reichsbahn der DDR verwaltet und gewartet“, sagt Frank Weirauch, Fernmeldemeister beim Autobahnamt Sachsen.

Weirauch ist seit der Gründung mit dabei und kennt nach eigenen Angaben jeden Meter Kabel, jeden Server und jeden Switch des Autobahnamtes. „Wir haben damals als erstes damit angefangen, die gesamte Kabel- und Notruftechnik zu sanieren“, erinnert sich Weirauch. „Zu dieser Zeit war alles auf – aus heutiger Sicht – antiquiertem Stand. Die Vermittlungstechnik beispielsweise bestand noch aus richtigen Klappenschränken wie aus alten Filmen. Da musste jemand sitzen, der Telefonanrufe mit Steckverbindungen und einer Kurbel durchgestellt hat.“

Deutschlandweiter Standard

Innerhalb der darauf folgenden acht Jahre wurde das gesamte Kabelnetz modernisiert. Die Notrufsäulen und die Autobahnmeistereien sollen zuvor noch untereinander durch ein veraltetes Kupferkabelnetz verbunden gewesen sein. Mit so genannten Pupinspulen sei man damals die Notwendigkeit umgangen, Verstärkungselemente einbauen zu müssen – eine günstige, jedoch alles andere als leistungsstarke Technologie.

„Sie eignete sich beispielsweise nur für niederfrequente Übertragungen“, sagt Frank Weirauch. Bis zum Jahr 2000 seien aus dem Kupferkabelnetz die Pupinspulen teilweise entfernt worden, sodass Modemstrecken eingesetzt werden konnten. Im Zuge der Modernisierung wurden darüber hinaus alle Notrufsäulen aus dem Mittelstreifen abgebaut und an den Richtungsfahrbahnen durch Modelle der Marke Siemens ersetzt; heute sei dies deutschlandweiter Standard an sämtlichen Autobahnen.

Konsolidierte Daten


Das veraltete Netz wurde durch PCM-Strecken aufgewertet; die Pupinspulen machten modernen Translatoren Platz. Auf diese Weise sollen 30 Telefongespräche gleichzeitig über ein und dasselbe Kabel möglich gewesen sein. Einen Sprung in Sachen Bandbreite und Geschwindigkeit machte das Kabelnetz beim Neubau der A4 im Jahr 1997, heißt es, als Glasfaserkabel abseits der Pkw-Trasse verlegt wurden. 25 Kilometer Strecke konnten auf diese Weise ohne Translator überwunden werden.

„Glasfaser war damals noch teuer, doch haben wir die Kosten für PCM und Glasfaser anhand der Bandbreiten verglichen: Zwei Megabit standen also einem Gigabit gegenüber. Das Glasfaserkabel konnte demnach das 500fache an Übertragungsrate bieten“, erzählt Fernmeldemeister Frank Weirauch. Ein weiterer Vorteil der Glasfasertechnik sei, dass auf diese Weise sämtliche Anwendungen wie Sprache, Notrufsäulen und Daten konsolidiert über einen Weg laufen konnten.

Moderne Glasfasertechnik

Die moderne Netzwerkinfrastruktur des Autobahnamtes Sachsen wird vom Netzwerkintegrator Axians auf den neusten Stand gebracht.Die Entscheidung für die moderne Glasfasertechnik soll dazu geführt haben, dass Glasfaser in ganz Sachsen zum Standard wurde. Darüber hinaus wurde das gesamte Management auf Basis des Simple Network Management Protocols (SNMP) geplant. Im Jahr 2003, als die Entscheidung für das Betreiben von IPoEth auf dem Glasfasernetz fiel, ergab eine Ausschreibung einen möglichen Hersteller, der Switche im Angebot hatte, die mit derartigen Bandbreiten umgehen konnten: Cisco.

„Das hat dazu geführt, dass wir jetzt in Sachsen fast ausschließlich Cisco-Komponenten verwenden“, sagt Weirauch. Das habe gleich mehrere Vorteile. „Die Frage nach Kompatibilität stellt sich gar nicht mehr und das gesamte Know-how des Personals zielt auf ein Produkt.  Wir haben auch keine Schnittstellen mehr, wo proprietäre Systemprotokolle zusammen kommen“, so Weirauch. „Außerdem können wir Updates immer gleich im ganzen Bundesland vornehmen.“


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