Die Nutzung von SAP-Systemen spielt für viele Unternehmen mittlerweile eine wichtige Rolle bei der täglichen Prozessabwicklung. Sie investieren hohe Beträge in SAP, um ihre Geschäftsprozesse korrekt und zeitnah abzubilden und ihr Unternehmen voranzubringen. Ein solches System sorgt beispielsweise dafür, dass Produktionsabläufe effizient geplant und die richtigen Ressourcen zur richtigen Zeit eingesetzt werden. Wenn es einmal Engpässe oder Verzögerungen beim Durchführen von Transaktionen gibt, meldet dies in der Regel nur ein Bruchteil der Endanwender beim Support. Aus diesem Grund lassen sich Transaktionen nicht effektiv durchführen und Abläufe in der Produktion verzögern sich.
Der Produktivitätsverlust durch unentdeckte oder erst spät identifizierte Leistungsengpässe ist hoch. Umso wichtiger ist es für IT-Administratoren zu wissen, welche System-Performance die Fachanwender beim Arbeiten tatsächlich erfahren, wann geschäftskritische Anwendungen nicht oder nur schlecht auf dem System laufen. IT-Verantwortliche haben jedoch oft keinen Einblick in die Performance von beispielsweise geschäftskritischen Transaktionen, die von SAP R/3 und Netweaver ausgehen. Der Grund: die gängigen SAP-Performancemessungs-Tools mithilfe interner Erhebungsmethoden für Logdaten reflektieren weniger die Wahrnehmung des Endanwenders, sondern vielmehr „nur“ die internen Interaktionen von Anwendungskomponenten. Ohne einen Einblick in die tatsächliche System-Performance gibt es jedoch keine Möglichkeit aufzuspüren, warum Anwender sich auf einmal über die "Langsamkeit" einer Anwendung beschweren. Zudem lässt sich ohne Einsicht in die Endanwenderperspektive nicht überprüfen, ob die bereits vorhandenen Bemühungen zur Performance-Optimierung die Endanwender wirklich unterstützen.
IT-Unternehmen und SAP-Anwendungsadministratoren benötigen also einen klaren Überblick über die Performance der Anwendungen aus Sicht des Endanwenders. Für die Überwachung der Performance von SAP-Anwendungen gibt es verschiedene Ansätze. Eine davon ist das synthetische Monitoring: sobald sich Engpässe anbahnen, alarmieren synthetische (roboterbasierte) Tests über immer wiederkehrende und typische geschäftskritische Transaktionen, bevor die Nutzer bemerken, dass es überhaupt eine Einschränkung gibt. Real User Monitoring informiert dagegen in Echtzeit über die Vorgänge, die von allen Endanwendern getätigt werden. Dabei werden passive Netzwerkprobes an Schlüsselpositionen in der Infrastruktur geschaltet. Dieses Verfahren überwacht kontinuierlich lesende und schreibende Transaktionen wie etwa die Eingabe oder das Abrufen von Bestandsdaten. So können alle Komponenten der SAP-Umgebung, einschließlich der Services und Abhängigkeiten, der Netweaver-Anwendungsserver, Webserver und andere unterstützende Infrastrukturen sowie virtuelle Server und physische Infrastrukturkomponenten identifiziert und überwacht werden. Außerdem lässt sich ermitteln, welche und wie viele SAP-Nutzer gerade mit Engpässen zu tun haben.
Des Weiteren kann dargestellt werden, welche Transaktionen, Netzwerke und Abteilungen betroffen sind und ob das Problem beispielsweise an der Anwendungslogik, der Systemressourcen oder an der Datenbank liegt. Wenn beide Methoden miteinander kombiniert werden, kann die IT-Abteilung die Performance und die Verfügbarkeit der SAP-Anwendungen rund um die Uhr überwachen, sowie einen proaktiven Ansatz in der Analyse der Ursachen und Fehlerbehebung von SAP-Problemen verfolgen.
Probleme isolieren und priorisieren
Wenn CIOs und IT-Führungskräfte zu jedem Zeitpunkt über die Geschäftsauswirkungen der IT-Servicequalität Bescheid wissen, können sie fundierte Entscheidungen treffen und Probleme je nach Ausmaß entsprechend priorisieren. Die IT sieht mithilfe der zuvor ermittelten Informationen, wie viele Anwender inklusive SAP GUI-und SAP Web Portal-Nutzer betroffen sind. Dadurch kann die IT-Abteilung besser einschätzen, was für Auswirkungen der Engpass auf die Geschäftszahlen haben wird. Eine Perspektive, die nur die Infrastruktur betrachtet, unterstützt daher keinen geschäftsorientierten Ansatz. Das Priorisieren der Probleme aus Sicht der Endanwender hingegen ermöglicht es den IT-Teams, so schnell wie möglich auf geschäftskritische Probleme zu reagieren.