Der russische Anbieter von Sicherheitslösungen zum Schutz vor Viren, Hackern und Spam mit Hauptsitz in Moskau existiert seit 1993 und beschäftigt weltweit rund 1.700 Mitarbeiter. Über 140 von ihnen sind in der 2004 gegründeten deutschen Kaspersky Labs GmbH am Standort Ingolstadt tätig. Seit 2008 unterstehen sie Axel Diekmann, der die Geschäfte des Unternehmens in Central Europe, unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, leitet.
Bei dem Geschäft des Sicherheitsspezialisten, das sich in die Bereiche Consumer und Corporate Business unterteilt, setzt Kaspersky Lab auf ein zweistufiges Modell, bei dem Partner und Distributoren die Produkte an den Endkunden vertreiben. Nach Ansicht von Axel Diekmann verdankt sich der Erfolg Kasperskys einerseits seinen Partnern und gründet sich andererseits auf die Strategie, nichts zu verkaufen, von dem die Mitarbeiter nicht selbst überzeugt sind. „Unser Vorteil ist, dass wir nicht börsennotiert sind“, so der in Dortmund geborene Geschäftsführer. „Das gibt uns einen gewissen Freiraum und ist auch gerade der Charme eines russischen Unternehmens, denn wir können auf sehr kurzen Wegen miteinander sprechen.“
Im Gespräch mit IT-DIRECTOR erklärt Axel Diekmann wie es um die Sicherheit in deutschen Unternehmen bestellt ist, welche Anforderungen die Zukunft bringt und warum die Datenschutznovelle zu begrüßen ist.
IT-Director: Herr Diekmann, im Januar 2008 haben Sie das Ziel formuliert, im B2B-Bereich einer der Top-3-Sicherheitsanbieter für Malware-Schutz zu werden. Wie nahe sind Sie diesem Ziel gekommen?
A. Diekmann: Was den reinen Malware- oder Antivirenbereich anbelangt, sind wir heute mit Sicherheit auf Platz Nummer vier. Für Rang drei benötigen wir noch ein bis zwei Jahre, und das ist auch ganz klar der Plan für diesen Zeitraum.
ITD: Welche Anbieter sehen Sie unter den ersten dreien?
A. Diekmann: Von der Gesamtverbreitung im hiesigen Markt sehen wir Symantec vor McAfee vor Trend Micro. Das bemessen wir an Berichten von IDC und Gartner, die sich allerdings nur schwer auf den deutschsprachigen Markt herunterbrechen lassen.
ITD: Welche Lösungen bieten Sie im Unternehmensbereich an?
A. Diekmann: Wir bieten eine Absicherung für die komplette Unternehmensinfrastruktur mit dem Schutz von Workstations über File- und Mailserver bis hin zum Schutz von Gateways. Zudem haben wir schon früh begonnen, Bedrohungen für Mobiltelefone aufzuspüren und eine entsprechende Lösung auf den Markt gebracht. Gerade in diesem Bereich entsteht ein unvermeidlicher Trend, der den Sicherheitsverantwortlichen in den Unternehmen bereits Bauchschmerzen verursacht. Ergänzt wird unser Portfolio natürlich durch eine entsprechende Administrationskonsole, die es Unternehmen ermöglicht, unsere Lösungen über verschiedene Standorte von einer Stelle aus zentralisiert zu verwalten.
ITD: Die technologische Kompetenz Ihres Unternehmens liegt in Moskau. Wie stimmen Sie sich ab, wenn es um die Entwicklung Ihrer Produkte geht?
A. Diekmann: Unser technischer Support und unser Consultingteam in Ingolstadt bilden den Second-Level-Support in Deutschland komplett ab. Alle Probleme, die hier nicht gelöst werden können, behandelt der Third-Level-Support in Moskau, der auch für die Entwicklung zuständig ist.
Die Kundenanforderungen, die wir in der DACH-Region beobachten, geben wir an die russische Entwicklungsmannschaft weiter.