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Sebastian Asendorf, Avinway

 

Interview mit Sebastian Asendorf, Partner bei der Avinway Consultants GmbH in Bad Homburg

Sebastian Asendorf

Sebastian Asendorf, Partner bei Avinway Consultants

IT-DIRECTOR: Was sollten IT-Verantwortliche bei der Planung und Durchführung eines Umzugs ihrer Unternehmens-IT vor allem beachten?
Sebastian Asendorf: Ein Umzug muss gewissenhaft vorausgeplant werden, und niemand sollte sich der Illusion hingeben, die alte Umgebung „über Nacht“ an einen neuen Standort bringen zu können. Der Umzug ist eine einmalige Gelegenheit, mit Altlasten aufzuräumen, zu konsolidieren, die Dokumentation wieder auf den aktuellen Stand zu bringen – und Know-how aufzubauen. Wenn irgendwie möglich, sollte ein Umzug daher immer schrittweise und mit den eigenen Mitarbeitern erfolgen.

IT-DIRECTOR: Welcher Zeitrahmen sollte für den Umzug angesetzt werden?
Sebastian Asendorf: Das hängt natürlich von den Rahmenbedingungen ab – wie groß und komplex ist die Infrastruktur, gibt es einen Zeitraum in dem schrittweise umgezogen werden kann, welche Ressourcen stehen zur Verfügung, werden Neubauten bezogen oder liegt bestehende Infrastruktur vor? Zeitlich besonders kritisch ist immer die Bereitstellung von Netzwerkverbindungen am neuen Standort. Das alleine bedingt meistens eine Vorplanungsphase von mindestens drei Monaten vor Beginn der Umzugsaktivitäten.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Ausfallszeiten muss bei einem kompletten ITK-Umzug schlimmstenfalls gerechnet werden?
Sebastian Asendorf: Wir bevorzugen einen schrittweisen Umzug, in dessen Rahmen Services fast unterbrechungsfrei umgezogen werden können, während Hardware in der Regel „kalt und dunkel“ umzieht. Dadurch können Ausfall- und Verlustrisiken drastisch gesenkt werden. Wenn der Umzug in einem großen Schritt erfolgen muss, dann ist der Aufwand für Vorbereitung und Durchführung erheblich größer, als Ausfallzeit ist mindestens ein volles Wochenende anzusetzen, und beim Wiederanlauf muss zwangsläufig mit Fehlern und Serviceunterbrechungen gerechnet werden.

IT-DIRECTOR: Inwieweit müssen Fachabteilungen oder gar die Endnutzer in den ITK-Einzug eingebunden werden?
Sebastian Asendorf: Soweit Ausfallzeiten unvermeidlich sind, müssen diese natürlich mit den Fachabteilungen und Endnutzern abgesprochen werden. Sonst sollten die Endnutzer von einem Umzug nicht behelligt werden.

IT-DIRECTOR: Sollte man teure Hardware speziell absichern (z.B. mit besonderer Verpackung, IT-Versicherungen)?
Sebastian Asendorf: Das ist beim Umzug jeden Infrastrukturteils einzeln zu betrachten. Dabei spielen die Hardware-Werte meist die geringere Rolle – viel teurer ist im Schadensfall der Arbeitsausfall durch ggf. entstehende Wiederbeschaffungs- und Wiederherstellungszeiten. Auch das spricht für einen schrittweisen Umzug, da durch eine kleine Stückelung das jeweilige Verlustrisiko minimiert wird und jeweils nur eine Fallback-Lösung für einen kleinen Teil der Infrastruktur benötigt wird.

IT-DIRECTOR: Wie greifen IT-Dienstleister den IT-Verantwortlichen beim Umzug unter die Arme?
Sebastian Asendorf: Da ein Umzug mit einer Konsolidierung der Landschaft eine einmalige Chance zur Optimierung der Infrastruktur und des Wissens des Infrastruktur-Teams ist, sollten möglichst viele Aufgaben von der eigenen Mannschaft vorgenommen werden. Neben der Einbindung von externen Dienstleistern mit Spezialwissen ist es wichtig, die eigene Mannschaft möglichst von Routineaufgaben zu entlasten, damit möglichst viel Wissen über die neue Infrastruktur im Team aufgebaut wird.

IT-DIRECTOR: Umzüge bieten oftmals eine Gelegenheit zum Ausmisten – von welchen Altlasten sollten sich IT-Verantwortliche trennen, welche Neuanschaffungen sollten sie tätigen?
Sebastian Asendorf: Das ist pauschal kaum zu beantworten, sondern hängt von der aktuell vorhandenen Situation ab. Besonders im SAN- und Storage-Bereich erleben wir immer wieder, dass die Neuanschaffung erhebliche finanzielle Vorteile bringt und außerdem Spielräume und Sicherheitsreserven für den Umzug schafft. Die Chance zum Ausmisten von Altlasten sollte keinesfalls aus Budgetgründen vertan werden – anderenfalls zahlt man das in den Folgejahren durch höhere Betriebskosten vielfach drauf.


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