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Timo Brüggemann, Stratus

 

Kurzinterview mit Timo Brüggemann, Channel Manager EMEA bei Stratus in Eschborn

Timo Brüggemann

Timo Brüggemann, Channel Manager EMEA bei Stratus

IT-DIRECTOR: Was sollten IT-Verantwortliche bei der Planung und Durchführung eines Umzugs ihrer Unternehmens-IT bzw. ihres Rechenzentrums vor allem beachten? Welche Fehler sollten sie unbedingt vermeiden?
Timo Brüggemann: Ein Umzug ist aus Hochverfügbarkeitsaspekten eine besondere Herausforderung. IT-Ressourcen sind zu dieser Phase meist eng verplant und zusätzliche Probleme wie Ausfälle sorgen dann für eine Kettenreaktion aus Stress, Folgefehlern, fehlenden Kapazitäten und auch logistischen Herausforderungen. Im Rahmen von Umzügen ist generell zu beachten, dass ein entsprechend großes Wartungsfenster gefunden wird, um den Umzug mit einem geplanten Ausfall zu bewerkstelligen. Soll der Umzug quasi live durchgeführt werden, so wird häufig auch neue IT angeschafft, aber dabei wird dann oft ein Test-Lauf vergessen. Prekär wenn man das dann während eines Umzugs nachholen muss.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Ausfallszeiten muss bei einem kompletten ITK-Umzug schlimmstenfalls gerechnet werden?
Timo Brüggemann: Das lässt sich nicht generell bestimmen. Es gibt durchaus Fälle, wo ein Umzug an einem Wochenende stattfinden sollte. Tatsächlich benötigte man dann bis zu drei zusätzliche Arbeitstage – das bedeutete fast drei komplette Tage IT-Ausfall mit entsprechendem Schaden.

IT-DIRECTOR: Sollte man teure Hardware speziell absichern (zum Beispiel mit besonderer Verpackung, IT-Versicherungen)?
Timo Brüggemann: Eine Versicherung kann nur gegen die direkten Folgen von Verlust und Beschädigung absichern. Den eigentlichen Schaden des Ausfalls, also der verlorene Umsatz, Produktionsausfälle usw., vor allem aber das beschädigte Image bei Geschäftspartnern kann eine Versicherung nie ganz ersetzen. Hier muss ein Unternehmen durch den Einsatz von Leihgeräten oder ein Ausweich-Rechenzentrum selbst Vorsorge treffen.

IT-DIRECTOR: Wie greifen Dienstleister den IT-Verantwortlichen beim Umzug unter die Arme?
Timo Brüggemann: Ein Umzug von Servern ist etwas anderes als der Umzug von PCs in einem Privathaushalt. Schließlich muss die Arbeitsfähigkeit eines Unternehmens aufrechterhalten oder zumindest nach einer vordefinierten Zeitspanne wiederhergestellt werden. Es empfiehlt sich daher generell für einen Server-Umzug Dienstleister zu betrauen, die dafür auch geradestehen können. Solche Dienstleister stellen dann auch Leihgeräte für den Fall eines Server-Ausfalls zur Verfügung. Es ist auch denkbar, Datenbanken usw. temporär an ein Rechenzentrum auszulagern und nach dem Umzug am neuen Standort alles zurückzuholen.

IT-DIRECTOR: Umzüge bieten oftmals eine Gelegenheit zum Ausmisten – von welchen Altlasten sollten sich IT-Verantwortliche trennen, welche Neuanschaffungen sollten sie tätigen?
Timo Brüggemann: Ein Umzug ist eine sehr ungünstige Gelegenheit zum "Ausmisten". Ein Server-Umzug ist ja für sich schon komplex, das sollte man nicht durch zusätzliche Aufgaben belasten. Das Verschlanken einer IT ist seinerseits ein komplexes Vorhaben und nun soll beides am selben Tag stattfinden? Wenn vielleicht schon die Möbelpacker daneben stehen? Das führt nur eine weitere Komplexität ein und erhöht das Ausfallrisiko. Am besten wird die neue Hardware schon vor oder erst nach dem Umzug umgestellt.

IT-DIRECTOR: Was passiert in der Regel mit der Hardware eines Unternehmens, das sich für ein komplettes ITK-Outsourcing entschieden hat?
Timo Brüggemann: Das kommt auf den jeweiligen Vertrag an. Übernimmt der Outsourcer die IT samt Hardware, so kann sie trotzdem im Eigentum des auslagernden Unternehmens bleiben. Werden nur die Applikationen ausgelagert und bleibt die Hardware zurück, so muss sie irgendwann entsorgt werden. Das sollte man Fachleuten überlassen, damit keine Daten oder Anwendungen auf den Systemen zurückbleiben.


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