IT-DIRECTOR: Wie bereiteten Sie Ihren IT-Umzug vor?
Ursula Ziwey: Da zu diesem Thema keine Erfahrung im IT-Team vorlag, haben wir uns mit externer Unterstützung für die Planung und Leitung des Umzugsprojekts verstärkt. Wichtig war, die externen Experten frühzeitig in die Planung einzubinden, so dass Vorbereitungsmaßnahmen und Konsolidierungsschritte rechtzeitig angegangen werden konnten.
IT-DIRECTOR: Welche Hürden mussten Sie bei der Durchführung des Umzugs überwinden?
Ursula Ziwey: Neben der großen Arbeitsbelastung im IT-Team waren besonders die Verzögerungen bis zur betriebsfähigen Bereitstellung des neuen Rechenzentrums problematisch. Zusätzlich haben technische Mängel in neuer Hard- und Software, wie z.B. Blade Servern, erhebliche Probleme verursacht, so dass einzelne Optimierungsmaßnahmen zurückgestellt werden mussten. Nur durch unsere Strategie, am neuen Standort schrittweise vorab in ein Interims-Rechenzentrum zu ziehen, konnten wir diese Verzögerungen auffangen und den Zieltermin punktgenau halten.
IT-DIRECTOR: Wie realisierten Sie den RZ-Umzug? Wie den Client-Umzug?
Ursula Ziwey: Für den RZ-Umzug haben wir ein Bestandsrechenzentrum am neuen Standort modernisiert und über mehrere Monate schrittweise bezogen. Zum Zeitpunkt des User-Umzugs haben wir die verbliebenen Kernsysteme wie Fileserver und SAN umgezogen. Der Client-Umzug wurde zeitgleich mit dem Umzug der Mitarbeiter an einem Wochenende durchgeführt.
IT-DIRECTOR: Haben Sie Ihre Hardware gesondert abgesichert? Wenn ja, wie genau?
Ursula Ziwey: Da wir in kleinen Schritten umgezogen sind und Teile der Infrastruktur erneuert haben, bestand lediglich beim Umzug der Filesysteme ein relevantes Verlustrisiko. Das haben wir durch die Beauftragung einer entsprechend erfahrenen und versicherten Fachspedition abgesichert. Ansonsten haben wir das Risiko selbst übernommen und unser Team damit beauftragt, denn der Systemverantwortliche selbst ist die beste Versicherung gegen Schaden oder Verlust.
IT-DIRECTOR: Mit welchen Ausfallzeiten hatten Sie zu kämpfen?
Ursula Ziwey: Wir hatten nur wenige ungeplante Ausfallzeiten, es gab kurze und mit den Anwendern abgestimmte Unterbrechungen, wenn einzelne Services umgezogen wurden. Der Umzug der Filesysteme fand gleichzeitig mit dem Umzug der Mitarbeiter an einem Samstag statt, so dass auch hier die Service- Unterbrechungen marginal waren. Die uneingeschränkte Verfügbarkeit der IT-Systeme am Montagmorgen nach dem Umzug war ein schöner Erfolg.
IT-DIRECTOR: Was würden Sie Unternehmen, die gerade vor einem größeren ITK-Umzug stehen, gerne mit auf den Weg geben?
Ursula Ziwey: Planen Sie rechtzeitig voraus, versorgen Sie sich mit erfahrener Unterstützung für Planung und Management des Umzugs, gehen Sie schrittweise vor statt alles auf einen Termin zu setzen, und nutzen Sie die Chance zu konsolidieren, aufzuräumen und zu dokumentieren. Eine bessere Gelegenheit findet sich so bald nicht wieder.