Wenn es um Wachstum geht, dann müssen vor allem die SAP-Applikationen mitziehen. Denn für die meisten Unternehmen gilt heute: Läuft das SAP-System nicht, kann auch das Geschäft nicht mehr weiter laufen. Daher können sich Unternehmen einen Ausfall der Systeme gar nicht mehr leisten. Upgrades und Wartungen müssen somit im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Hier helfen moderne Technologien wie hochverfügbare Server und Virtualisierung, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Systeme und Ressourcen nicht nur effizienter auslasten, sondern auch Flexibilität gewinnen können.
Ein Unternehmen, in dem sich diese Technologien bewährt haben, ist die Drogeriemarktkette dm. Das Unternehmen konnte nach eigenen Angaben in den letzten Jahren zweistellige Wachstumsraten verzeichnen. Das Filialnetz umfasst 2.200 Läden, 22.000 Mitarbeiter in Deutschland und weitere 11.300 Mitarbeiter in Österreich und anderen mitteleuropäischen Ländern. Für die Verwaltung geschäftskritischer Prozesse in den Bereichen Finanz, Logistik und Personalwesen sowie als Schnittstelle zu den POS-Systemen nutzt der Drogeriemarkt die Software SAP for Retail. Seit der Erstimplementierung seien im Zuge des Unternehmenswachstums zusätzliche SAP-Anwendungen eingeführt worden – darunter Supply Chain Management, Solution Manager und die Komponente Netweaver Business Intelligence.
Investition in neue Infrastruktur
„SAP for Retail ist das Kernstück unseres Geschäftsbetriebs“, sagt Christian Stäblein, Bereichsleiter IT-Produktionssysteme bei der dm-Tochter Filiadata, die für die IT-Systeme der Kette verantwortlich ist. „Als sich die Umgebung immer weiter entwickelte, stellten wir fest, dass unsere Hardwareanforderungen stiegen. Um weiterhin aufrüsten und weitere Anwendungen und Funktionen hinzufügen zu können, mussten wir in eine neue Infrastruktur investieren.“
So plante das Unternehmen die Aktualisierung seiner gesamten Anwendungen, einschließlich der Migration zu SAP ERP 6.0. Außerdem sollen zukünftig die POS-Systeme enger in die Systemumgebung integriert werden. Um ein solides und flexibles Fundament für die Erweiterungen zu bekommen, ersetzte man das vorhandene System durch zwei System-z9-EC-Maschinen. Auf diesen sollte die DB2-Datenbankplattform unter z/OS zur Unterstützung der SAP-Anwendungen ausgeführt werden, während für die Anwendungen selbst IBM-Power-Systems-Server mit AIX vorgesehen waren.
Allerdings galt es, das Upgrade der Hardware ohne Ausfallzeiten der Anwendungsumgebung zu meistern. Für den Hardwarewechsel fanden die Mitarbeiter von Filiadata jedoch eine innovative Methode: Der gesamte Workload wurde auf einen der älteren, vorhandenen z900-Mainframes übertragen, während der andere aus dem Betrieb genommen wurde. Als nächstes installierte und konfigurierte das Team eine der neuen z9-EC-Maschinen, die zunächst parallel zu dem verbleibenden Mainframe arbeitete. Danach übertrug das Team den gesamten Workload auf die neue z9 EC und ersetzte den verbliebenen Mainframe durch die zweite z9-EC-Maschine.
Unterstützung bei der Implementierung holte sich der Anwender bei IBM: „Natürlich gab es auch ein paar Probleme bei der Umsetzung, aber zusammen fanden wir schnell die passenden Lösungen dafür“, erklärt Christian Stäblein. „Insgesamt war die Migration ein Erfolg – es gab keine Ausfallzeiten oder Beeinträchtigungen der Benutzerproduktivität.“
Die beiden neuen z9-EC-Mainframes wurden 500 Meter voneinander entfernt an getrennten Standorten installiert, um im Falle einer Katastrophe in einem der Rechenzentren die Wiederherstellung zu ermöglichen. „Die System-z-Hardware ist zuverlässig und stabil, was einer der Hauptgründe dafür war, warum wir uns für sie entschieden haben“, erklärt Bereichsleiter Stäblein. „Dessen ungeachtet ist unsere SAP-ERP-Umgebung geschäftskritisch; es wäre also ein Fehler, keinen Notfallplan parat zu haben. Falls wir jemals einen Systemausfall überbrücken müssen, können unsere gesamten Anwendungen und Benutzer nahtlos von einem Rechenzentrum ins andere übertragen werden.“